Man kann Angst haben und trotzdem handeln


Kennen Sie das auch? Sie haben einen neuen Kunden, dessen Auftrag Sie unbedingt brauchen. Das Angebot soll perfekt sein, aber vor lauter Angst, einen Fehler zu machen, verschieben Sie den Termin. Sie schreiben ein Exposé für ein Buch, aber alle guten Ideen, die sie hatten, als Sie nur für sich Notizen machten, lösen sich in Luft auf. Sie haben Herzklopfen, fühlen sich wie früher bei Schulprüfungen oder Klassenarbeiten und flüchten in ach so wichtige Tätigkeiten, die nichts, aber gar nichts, mit dem wichtigen Projekt zu tun haben. Angst.

Angst 2

Angst ist in existentiellen Situationen ein guter Schutzmechanismus. In freier Wildbahn kann Stillhalten das Leben retten. Im Krieg bei Beschuss kann Tarnung und Starre verhindern, zur Zielscheibe zu werden. Kinder machen die Augen zu und denken, sie werden umgekehrt nicht gesehen.

Aber warum verhalten wir uns in harmloseren Situationen so? Warum lassen wir uns von der Angst leiten und verfallen in eine symbolische Starre der Vermeidung? Vielleicht ist es ein Reflex, ein Relikt aus Zeiten, in denen Bedrohung real war. Vielleicht ist die Gleichung „Angst = Vermeidung“ aber auch einfach eine schlechte Angewohnheit. Schlechte Angewohnheiten aber kann man ändern. Man kann Angst haben und trotzdem handeln. Vielleicht nicht perfekt handeln, aber eben überhaupt handeln.

Wo sind Ihre Schwachpunkte, Ihre Vermeidungsstrategien, Ihr Bauchgrummeln?

Also, schreiben Sie sich den Satz irgendwo hin, wo Sie ihn vor Augen haben:

Ich kann Angst haben und trotzdem handeln!

Add comment 22. September 2009

Schöne Erinnerungen schaffen Sie JETZT !

Ich habe hier wieder einmal eine Weile nichts geschrieben, weil eben manchmal das Leben so prall ist, dass der Computer nur eine Nebenrolle spielt.

Der September ist  neben dem Mai mein Lieblingsmonat – man spürt noch den Sommer, die Luft ist klarer als an den heißen Hochsommertagen. Die richtige Atmopshäre, um innezuhalten, Bilanz zu ziehen, neue Perspektiven zu schaffen.  Nehmen Sie sich Ihr Tagebuch oder ein Notizbuch, ziehen Sie sich in einen ruhigen Winkel zurück oder gönnen Sie sich eine Stunde in einem schönen Cafe und lassen Sie Ihre Gedanken laufen zum Thema:

Schöne Erinnerungen muss man vorher schaffen

Das, was gewesen ist, können wir nicht mehr verändern – wohl aber unsere Sicht auf Vergangenes. Wir können uns dazu entscheiden, nicht zu jammern, sondern uns zu versöhnen, und wir können uns entscheiden, dankbar zu sein für alles Positive, das uns begegnete.

Was wir aber jetzt in der Gegenwart erleben, wird eines Tages auch Teil unserer Erinnerungen sein, und zumindest in einigen Bereichen haben wir es selbst in der Hand, dafür zu sorgen, dass es gute Erinnerungen sein werden.

Machen Sie heute eine Bestandsaufnahme Ihrer Gegenwart: Welches sind die Bereiche, an die Sie sich in 10 Jahren gern erinnern werden? Welche Menschen in Ihrem Leben werden Sie positiv im Gedächtnis behalten? Welche Erlebnisse, die Sie im letzten halben Jahr hatten ? Was ist mit der Wohnung, in der Sie jetzt leben? Können Sie sich vorstellen, in zehn Jahren noch die gleiche Arbeit zu machen wie heute (falls Sie dann nicht sowieso in Rente sind)?

Was können Sie im Laufe des nächsten Jahres ändern, damit Sie in 10 Jahren schöne Erinnerungen haben?

„Tell me, what is it you plan to do with your one wild and precious life?” fragt die Dichterin Mary Oliver in ihrem Gedicht “Summer Days” („Erzähl mir, was hast du vor mit Deinem einzigen wilden und kostbaren Leben?”)

Ja, was haben Sie vor?

Schöne Erinnerungen mit Copy

(Diese Schreib- Übung und viele andere finden Sie in meinem Buch Spaziergang durch das Leben: Ein biografisches Schreib- und Tagebuch. Es ist auch ein schönes Geschenk für Freunde und Freundinnen, Onkel und Tanten, Eltern, Großeltern.


1 comment 8. September 2009

Zweifelhafte Sommerfreuden: Die Wespen

Im Moment sind die Wespen ja eine richtige Plage. Gestern stand hier in der Zeitung, es seien tatsächlich ungewöhnlich viele Wespen, da wir ein trockenes Frühjahr hatten, und die Wespen seien deshalb auch zu früh geschlüpft und seien heftig auf Nahrungssuche. Dass die aggressiver sind als sonst, täuscht also nicht. Anfang der Woche hat sogar eine Wespe, mit der ich mich nicht anlegen wollte, sich ein Stück vom Schinken auf meinem Teller abgesäbelt und flog damit davon! War ein faszinierendes Schauspiel, muss ich aber nicht jeden Tag haben.
Hier habe ich einen Tipp aus meiner Alltags- Trickkiste. Wir haben ihn schon mehrmals ausprobiert.
Bitte nur draußen anwenden!
Man streut gemahlenen Kaffee (auf keinen Fall Instant- Kaffee!) ungefähr 1 cm hoch in eine Edelstahl- Schale oder sonstwie feuerfeste Schale. Dann vorsichtig mit langem Streichholz oder Feurzeug anzünden, bis Qualm entsteht. Die Schale unbedingt auf Stein oder einen Metall- Topfuntersetzer stellen, auf keinen Fall auf Holz, Plastik  oder Tischdecke stellen! Die Schale wird unten nämlich richtig heiß. Aber relativ nahe am Tisch soll sie schon stehen.
Und wenn das Kaffeemehl ausgebrannt ist, unbedingt mit Wasser ablöschen, bevor der Prütt in den Mülleimer oder aufs Beet kommt.
(Also bitte, ich geb diesen ganzen Tipp ohne Haftung ;-)     )
Der schwelende Qualm vertreibt die Wespen für eine ganze Weile.
Der Dunst  ist gar nicht so unangenehm, auch wir Nichtraucher vertragen ihn ganz gut. Allerdings sollte man die Haustür schließen, sonst riecht es noch lange in der Wohnung wie in der Kaffeerösterei.
Ich bin gespannt auf Erfahrungsberichte (hier in der Kommentarfunktion)

Add comment 13. August 2009

Hilde Domin – 100. Geburtstag

Heute wäre Hilde Domin 100 Jahre alt geworden. In den Zeitungen stehen heute so viele kluge Artikel über sie, dass ich jetzt keinen eigenen hinzufügen möchte … Aber ich möchte Ihnen einige Hinweise ans Herz legen, um Hilde Domin besser kennen zu lernen.

Lesen Sie zum Beispiel den Artikel aus der FAZ:
„Hilde Domin zum Hundertsten

Ihre wunderbaren Gedichte können Sie hier nachlesen:

Domin Gedichte

In der vorigen Woche wurde im Fernsehen ein interessanter Film über Hilde Domin wiederholt: „Ich will Dich“. Diesen Film gibt es auch als DVD. Ich kann ihn jedem, der Hilde Domin schätzt, empfehlen.
Aus der Kurzbeschreibung von amazon.de:
„‘Ich will dich’ ist ein sehr persönlicher, direkter Film über Werk und Leben der Dichterin Hilde Domin gedreht von einer fast 70 Jahre jüngeren Filmemacherin: Anna Ditges hat die Grande Dame der deutschen Nachkriegsliteratur durch die letzten zwei Jahre ihres langen und spannungsreichen Lebens mit der Kamera begleitet.
Eine junge Filmemacherin entdeckt die Lyrik von Hilde Domin und beschließt, die berühmte Dichterin kennen zu lernen. Sie trifft auf eine wache, unkonventionelle 95jährige in einer Wohnung voller Bücher, Rosen und Erinnerungen mit einer Lebensgeschichte, in der sich das letzte Jahrhundert spiegelt.“

Domin DVD

Viele weitere Links mit Informationen über Hilde Domin finden Sie im Exil- Archiv. Diese Website ist übrigens auch für die Biografien anderer Exil- Autoren und Autorinnen eine Fundgrube.

Add comment 27. Juli 2009

Privat- Archäologie


Ja, ja, ich habe mein Blog vernachlässigt. Ich hatte ja ganz am Anfang erzählt, dass ich es einfach mal ausprobieren will mit dem Bloggen. Und was stelle ich fest? Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn mal eine Woche nicht blogge. Das finde ich nicht gut. Das schlechte Gewissen, meine ich.

Bei mir war in den letzten Tagen einiges andere wichtiger. Schöne volle Tage, an denen ich dann abends keine Lust mehr zum „Pflichtbloggen“ hatte. Auch wenn mir dadurch vielleicht die mühsam aufgabaute Leserschaft untreu wird. Das gleiche gilt fürs Twittern: Das reale Leben darf auch weiterhin den Vorrang haben.

Neben den normalen Terminen habe ich lustvoll Akten gewälzt. Ja! Nämlich alte Akten. Die ich aussortiert habe. Versicherungsunterlagen, Buchideen, die nicht mehr aktuell sind, frühere Manuskript- Fassungen, Archiv- Artikel, die ich mittlerweile jederzeit im Internet finde, Kochrezepte, die ich doch nie kochen werde, Briefe, die ich längst beantwortet habe , aber noch eine Weile aufbewahrte, Computer- Tipps, die ich noch einheften wollte. Garantien und Gebrauchsanweisungen für Geräte, die wir in der Zwischenzeit entsorgt haben, Bastelanleitungen für Geschenke, die längst verschenkt sind. Und auch Bücher, die ich garantiert nie mehr lesen werde. Obwohl sie Klassiker sind, die mich sicher weiter interessieren werden. ABER:  Sie sind in kleiner Schrift gedruckt. Und die ist mit meinen nicht mehr so jungen Augen, die das Kunststück fertig bringen, kurzsichtig und altersweitsichtig gleichzeitig zu sein, fürchterlich anstrengend. Dennoch, Durchblättern muss sein, Erinnerungen kommen hoch: Da finde ich in einem Buch  Anmerkungen in meiner jugendlichen Handschrift am Rand, ja, dieses Buch habe ich für eine der legendären Literatur- Vorlesungen von Walter Jens in Tübingen Ende der sechziger Jahre gelesen.  Wehmut:  Gerade lese ich das Buch seiner Frau Inge Jens „Unvollständige Erinnerungen“. Dies Buch möchte ich Ihnen sehr ans Herz legen.

Inge Jens,Unvollständige Erinnerungen

Sie schreibt darin unter anderem auch über die Demenz ihres Mannes.  Dieser beeindruckende Intellektuelle, dem wir so viel verdanken, weiß nicht mehr, wer er ist … Gedanken über das eigene Altern …

Ein Durchgang durch viele Lebensbereiche und viele Lebensphasen. Buddeln in die Tiefe mehrerer Jahre (obwohl ich dieses Ausmisten jedes Jahr mache, bleibt immer noch viel hängen …) . Das ist Archäologie  im Kleinen, vorsichtig Schichten abtragen, um die wirklich wichtigen Dinge freizulegen. Vieles, was vor Monaten sehr wichtig schien, ist heute schon unwesentlich und kann entsorgt werden.  Vieles, was vor Monaten dringlich war, hat sich in der Zwischenzeit von selbst erledigt.

Jeder leere Ordner schafft Platz für Neues und Zukunft, und das belebt ungemein.

So, jetzt werde ich weitermachen. Ich wünsche Ihnen einen vergnüglichen Freitag und ein sonniges Wochenende.

Add comment 24. Juli 2009

Newsletter Juli 2009 jetzt im Archiv

Am 15. Juli ist mein Newsletter Juli erschienen. Wenn Sie ihn verpaßt haben: melden Sie jetzt zum kostenlosen und unverbindlichen Abonnement an!Dann erhalten Sie auch Zugang zum Archiv aller bisher erschienenen Newsletter.

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Add comment 17. Juli 2009

Schreib- Übung zum Thema „Innere Berufung“


Vielleicht geht es Ihnen auch so: Sie haben beruflich viel erreicht, spüren aber immer noch so ein nagendes Gefühl, immer noch nicht „angekommen“ zu sein. Sie haben viele Fortbildungen gemacht, spüren aber immer noch, dass das „Richtige“ nicht dabei war.

„Eigentlich“ sollten Sie zufrieden sein, da ist eine innere Stimme, die Ihnen fast ein schlechtes Gewissen macht. Ein schlechtes Gewissen, weil Sie nie zufrieden sind, und ein schlechtes Gewissen, weil Sie nicht längst etwas geändert haben.

Ich verspreche Ihnen nun keine Wunder, aber versuchen Sie es einmal mit dieser hilfreichen Übung :

Übung: Träume sortieren

Gehen Sie in Gedanken alle Ideen und Pläne durch, die Ihnen in früheren Jahren verlockend erschienen und auch die, die Sie jetzt noch reizvoll finden.

Sie wollten bis zum 30. Lebensjahr perfekt englisch und spanisch können? Sie wollten in den Bundestag? Sie wollten einen Beruf, in dem Sie viel von der Welt sehen? Sie wollten eine berühmte Künstlerin werden? Sie wollten in den Entwicklungsdienst gehen? Sie wollten mit Kindern arbeiten? Sie wollten ein altes Haus in Frankreich umbauen und in einem sonnigen Klima leben? Sie wollten selbstständig arbeiten, ohne Chef? Ja, ganz früher wollten Sie sogar „Filmschauspielerin“ sein? Und später bedauerten Sie es, dass Sie als Kind den Geigenunterricht abgebrochen haben? Sie würden gern noch Querflöte lernen? Sie möchten gern etwas tun, wo man ein handgreifliches Ergebnis hat? Sie wollten unbedingt ein Buch schreiben? Sie waren immer fasziniert von der Medizin? Manchmal denken Sie, Sie könnten wenigstens noch Heilpraktiker werden?

Schreiben Sie alle Punkte auf (am besten in ein Notizbuch) und lassen Sie einige Zeilen Platz dazwischen. Lassen Sie sich ruhig einige Tage Zeit und ergänzen Sie die Liste. Wenn Sie mögen und wenn es noch möglich ist, fragen Sie auch Ihre Geschwister, Eltern und alte Freunde aus verschiedenen Lebensphasen, an welche Ihrer früheren Eigenarten und Ideen sie sich noch erinnern. Sie werden überrascht sein, was andere an Ihnen wahrgenommen haben!

„Du hast doch mit 16 schon davon geträumt, mal in Amerika zu leben“! – „Du konntest doch nie genug bekommen von spannenden Geschichten“ – „Du hast damals schon immer so patente Ideen gehabt, wenn wir auf Klassenfahrt waren“ – „Ich dachte immer, Du wirst mal Lehrerin, Du konntest immer so gut erklären“ – „Du hattest doch immer irgendeine Handarbeit dabei“ -“Ich hab Dich immer um Deine tollen Bilder im Kunstunterricht beneidet“-  „Weißt Du nicht mehr, dass wir Dich damals immer Daniel Düsentrieb genannt haben? Ich hab´ nie verstanden, dass Du BWL studiert hast“.

Ergänzen Sie Ihre Liste um diese Punkte.

Dann schreiben Sie auf eine Karte die Worte „vorbei, vielleicht, hoffentlich, möglich, sicher“ in verschiedenen Farben.

Mit dieser Karte in der Hand gehen Sie nun Punkt für Punkt durch und notieren dahinter jeweils mit den farbigen Stiften, in welche Kategorie dieser Wunsch fällt.

Vorbei die Idee mit der Medizin? Oder doch ein kleines „Vielleicht“? Eine Stelle, die Ihnen mehr Zeit lässt – hoffentlich? Die Schauspielerei – wirklich „vorbei“, oder gäbe es da womöglich doch ein kleines „Vielleicht“? Das Jahr im Ausland – „möglich“ oder „vorbei“?

Es mag sein, dass Sie einige Träume tatsächlich begraben müssen, aber bevor Sie das tun, legen Sie erst einmal alles für eine Woche beiseite.

Und dann gehen Sie die Liste noch einmal durch. Vielleicht verschieben sich einige Urteile, und Sie sehen in einer Woche Möglichkeiten, wo Sie heute mutlos sind. Vielleicht begegnen Ihnen auch „Zufälle“, die Ihre heutige Einteilung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und dann entscheiden Sie, welchen Wunsch Sie sich als ersten erfüllen wollen. Bewahren Sie die Liste gut auf!

Vielleicht wundern Sie sich nämlich in einigen Jahren, wie sich fast von selbst etwas erfüllte, was Ihnen heute unmöglich scheint, oder wie dann etwas ohne Bedauern „vorbei“ ist, was Sie heute mit „hoffentlich“ versehen.

Noch mehr Übungen finden Sie in meinem Ebook „Wer immer geradeaus geht, kommt nicht weit. Dem Leben eine neue Richtung geben“.

Und natürlich können Sie in einem biografischen Coaching die Frage nach Ihrer Berufung noch intensiver angehen.

Add comment 17. Juli 2009

Tagebuch- Tipp (nicht nur) bei schlechtem Wetter: Glücksvorrat

Ich habe hier einige Tage geschwiegen, weil das pralle Leben mich beschäftigt hielt. Einige schöne Besuche standen an, dann hatten wir ganz lieben Besuch, von Mensch und Hund. Alles bei herrlichem Wetter mit vielen Stunden im Garten. Jetzt ist der liebe Besuch wieder zu Hause, und auch unser Ferienhund, die Schwester von unserer Lucy,  ist wieder beim häuslichen Rudel.

LilyLucy4

Jetzt regnet es in Strömen, und um mich herum stöhnen viele darüber. Ich finde das Wetter herrlich, um in Ruhe am Schreibtisch zu arbeiten. Und ich muss nur noch einen nassen Hund bürsten ;-) )

Aber ich kenne das auch:
Jeder hat Tage, an denen es nicht läuft wie gewünscht, an denen einem nichts einfällt und Kreativität in einem fremden Land angesiedelt ist, nur nicht in unserem Hirn. Tage, an denen man sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen muss. Da habe ich einen erprobten Tipp für Sie: Legen Sie sich einen
Glücksvorrat zu! Das geht ganz einfach.
Im Laufe der Zeit begegnen Ihnen vermutlich genau wie mir Sprüche in Kalendern oder Postkarten,  Lebensweisheiten, Zitate, Gedichte. Eine Weile fristen sie ein kärgliches Dasein an der Pinnwand, werden von anderen Zetteln überdeckt. Oder sie liegen verkrumpelt in der Ablage für die Projekte, die für „irgendwann, wenn ich mal Zeit habe“ der Kompostierung entgegen- modern.
Schade um die vielen kleinen Schätze. Machen Sie es anders:
Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch oder noch besser ein richtiges Fotoalbum. (Das hier ist von der Firma Coppenrath und von mir angepaßt worden)

Glücksvorrat

Reservieren Sie dafür eine Schublade am Schreibtisch oder einen anderen besonderen Platz. Und wann immer Sie etwas finden, das Sie anspricht, legen Sie es dazu. Und einmal in der Woche oder einmal im Monat gönnen Sie sich eine gemütliche halbe Stunde, um Ihre Schätze einzukleben und vielleicht selbst in Schönschrift abzuschreiben (probieren Sie das einmal mit einem schönen Füller …).

Im Laufe der Zeit füllt sich dieses Album mit einem Vorrat an Glücksmomenten, mit denen Sie auftanken können. Und manchmal sind sogar Juwelen dabei, deren Wert sie erst Monate später entdecken. Aha- Erlebnisse garantiert.  Fangen Sie gleich heute an!
Noch mehr Tipps und Schreib- Übungen rund um das Thema Lebensgestaltung und Entscheidungshilfen finden Sie in meinem Buch „Ich schreibe täglich an mich selbst. Kreativ leben mit dem Tagebuch“

Übrigens: Meine Newsletter- Abonnenten haben diesen Tipp schon gelesen. Wenn Sie auch als erste dabei sein wollen : Abonnieren Sie ihn doch auch!

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2 comments 10. Juli 2009

Alte Freundschaft rostet nicht … ?


… doch, tut sie, wenn sie nicht gepflegt wird. Ganz von selbst halten Kontakte nun mal nicht. Das wissen alle, die ein Blog schreiben oder twittern. Die Aufmerksamkeit will immer wieder neu errungen werden. Für berufliche Zwecke geben wir uns also viel Mühe mit dem „Netzwerken“.

Aber wie ist das privat? Haben Sie noch Kontakt zu Menschen, mit denen Sie als Kinder gespielt haben? Kennen Sie noch Ihre ehemaligen Schulfreunde? Ihre Studienfreunde?

Ich gehöre zu den Menschen, die sehr oft in ihrem Leben umgezogen sind und immer wieder neue Freunde suchen mußten. Aber ich fühlte mich auch in einem neuen Ort, an dem ich niemanden kannte, selten völlig einsam: ich habe Freunde und Freundinnen, die ich nie aus den Augen verloren habe. Das prägt das Lebensgefühl. Und tut auch in Umbruchphasen gut. Aber das ergab sich nicht von selbst, ich mußte etwas dafür tun:  Schreiben, Telefonieren, Besuche und eben in den letzten Jahren Emails schicken. Freundschaft will gepflegt und poliert werden wie alles, was lange halten soll. (Wie Liebe natürlich auch)

Der Tod jeder Freundschaft aber ist das Gegenrechnen: „letztes Mal habe ich geschrieben, jetzt ist er dran“ … “ letztes Mal habe ich sie besucht, sie kann sich ja auch mal aufraffen “ (Schnell den Gedanken wegpacken, dass der Freund Legastheniker ist und sich geniert. Schnell den Gedanken wegpacken, dass die Freundin mit ihren Knieproblemen wegen der Treppen ungern Zug fährt …).

Großzügigkeit ist das Schlüsselwort. Ich halte auch nichts von den merkwürdigen Simplify- Rezepten, beim Ausmisten auch gleich Freundschaften auszumisten. Ist mir in den letzten Jahren  mal (als „Opfer“)  passiert. Mit der Begründung, wir wohnten so weit auseinander, wir würden uns ja nie sehen, und so eine Beziehung sei nutzlos. Tja, wenn man bei Freundschaften eine Kosten- Nutzen- Rechnung aufstellt, ist es wohl keine. Freundschaft nämlich.

Wir hatten vor kurzem unseren jährlichen Klassen- Stammtisch im Heimatort, in dem wir zur Schule gingen. Das machen wir seit einigen Jahren immer am letzten Juni- Wochenende. Kein umständliches Klassenfest, das endlos Vorbereitung erfordert. Nein, einfach einen Tisch in der Kneipe bestellt, Uhrzeit festgelegt, Rundmail an alle. Wer kommt, kommt. Kaum Aufwand, und immer wieder nett. Teilnehmerzahl wechselnd.  Und es wird nicht nur von früher gesprochen. Klar, Erinnerungen kommen natürlich auch. Aber der jetzige Alltag, Beruf,  die Familien, und neuerdings das Thema Altern …  und natürlich kann man mit Menschen, die man so lange kennt (und mit denen man regelmäßig Kontakt hat) auch herrlich sinnlos rumblödeln.

Im letzten Jahr hatten wir ein Wiedersehentreffen mit Studienkollegen aus dem 1. Semester. In unserem Studienort Tübingen. 40 Jahre nach Studienbeginn. Alte 68- er- Generation. Wir waren die großen Welt- Veränderer und – Verbesserer ;-) )

Einige waren seit der Zeit befreundet geblieben, und über allerlei Querverweise und Internet- Websites waren innerhalb weniger Wochen viele Adressen zusammengekommen.  Und ungefähr 30 Leute kamen zum Treffen. Ein ganzes Wochenende lang.  Es war ungeheuer spannend, die Lebensgeschichten zu hören. Neben Besichtigungen und netten Programmpunkten hatten wir nämlich mehrere Runden Erzählen und Zuhören eingeplant.  Nicht nach dem Motto „mein Haus, mein Boot, mein Auto“, sondern mit dem echten Interesse, wie es dem anderen in seinem Leben ergangen ist.  Fortsetzung folgt schon im nächsten Jahr: Wir sind in einem Alter, wo man keine Zeit mehr verschwendet und alles auf „später mal“ verschiebt.

Aber es ist halt so: Einer muss den Anfang machen. Mit der Einstellung „Warum ich, die anderen können doch auch … “ passiert nix. Rien, niente, nada.

Machen Sie den Anfang. Es lohnt sich. Sie werden angenehm überrascht sein, welch nette Menschen aus den pickeligen Mitschülern oder klug schwätzenden Kommilitonen geworden sind. Na gut, einige sind vielleicht  zum … aber die wenigen Ausnahmen verkraften Sie doch locker! Und Sie gewinnen einige neue alte Freunde.

Add comment 30. Juni 2009

Ein interessantes Schreib- Experiment

Gestern habe ich schon über Tagebuchschreiben und Realität erschaffen und über die faszinierenden Zusammenhänge von Schreiben und Synchronizität berichtet.  Hier folgt nun eine konkrete Ergänzung: Zamyat Klein hat in ihrem Blog jetzt konkrete Vorschläge für das Vorgehen bei  ihrem Schreib- Experiment, und ich möchte Sie ermuntern, dort mitzumachen. Hier finden Sie die Seite!

Add comment 24. Juni 2009

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