Posts filed under 'Dankbarkeit'

Schöne Erinnerungen schaffen Sie JETZT !

Ich habe hier wieder einmal eine Weile nichts geschrieben, weil eben manchmal das Leben so prall ist, dass der Computer nur eine Nebenrolle spielt.

Der September ist  neben dem Mai mein Lieblingsmonat – man spürt noch den Sommer, die Luft ist klarer als an den heißen Hochsommertagen. Die richtige Atmopshäre, um innezuhalten, Bilanz zu ziehen, neue Perspektiven zu schaffen.  Nehmen Sie sich Ihr Tagebuch oder ein Notizbuch, ziehen Sie sich in einen ruhigen Winkel zurück oder gönnen Sie sich eine Stunde in einem schönen Cafe und lassen Sie Ihre Gedanken laufen zum Thema:

Schöne Erinnerungen muss man vorher schaffen

Das, was gewesen ist, können wir nicht mehr verändern – wohl aber unsere Sicht auf Vergangenes. Wir können uns dazu entscheiden, nicht zu jammern, sondern uns zu versöhnen, und wir können uns entscheiden, dankbar zu sein für alles Positive, das uns begegnete.

Was wir aber jetzt in der Gegenwart erleben, wird eines Tages auch Teil unserer Erinnerungen sein, und zumindest in einigen Bereichen haben wir es selbst in der Hand, dafür zu sorgen, dass es gute Erinnerungen sein werden.

Machen Sie heute eine Bestandsaufnahme Ihrer Gegenwart: Welches sind die Bereiche, an die Sie sich in 10 Jahren gern erinnern werden? Welche Menschen in Ihrem Leben werden Sie positiv im Gedächtnis behalten? Welche Erlebnisse, die Sie im letzten halben Jahr hatten ? Was ist mit der Wohnung, in der Sie jetzt leben? Können Sie sich vorstellen, in zehn Jahren noch die gleiche Arbeit zu machen wie heute (falls Sie dann nicht sowieso in Rente sind)?

Was können Sie im Laufe des nächsten Jahres ändern, damit Sie in 10 Jahren schöne Erinnerungen haben?

„Tell me, what is it you plan to do with your one wild and precious life?” fragt die Dichterin Mary Oliver in ihrem Gedicht “Summer Days” („Erzähl mir, was hast du vor mit Deinem einzigen wilden und kostbaren Leben?”)

Ja, was haben Sie vor?

Schöne Erinnerungen mit Copy

(Diese Schreib- Übung und viele andere finden Sie in meinem Buch Spaziergang durch das Leben: Ein biografisches Schreib- und Tagebuch. Es ist auch ein schönes Geschenk für Freunde und Freundinnen, Onkel und Tanten, Eltern, Großeltern.


1 comment 8. September 2009

Tagebuch- Tipp (nicht nur) bei schlechtem Wetter: Glücksvorrat

Ich habe hier einige Tage geschwiegen, weil das pralle Leben mich beschäftigt hielt. Einige schöne Besuche standen an, dann hatten wir ganz lieben Besuch, von Mensch und Hund. Alles bei herrlichem Wetter mit vielen Stunden im Garten. Jetzt ist der liebe Besuch wieder zu Hause, und auch unser Ferienhund, die Schwester von unserer Lucy,  ist wieder beim häuslichen Rudel.

LilyLucy4

Jetzt regnet es in Strömen, und um mich herum stöhnen viele darüber. Ich finde das Wetter herrlich, um in Ruhe am Schreibtisch zu arbeiten. Und ich muss nur noch einen nassen Hund bürsten ;-) )

Aber ich kenne das auch:
Jeder hat Tage, an denen es nicht läuft wie gewünscht, an denen einem nichts einfällt und Kreativität in einem fremden Land angesiedelt ist, nur nicht in unserem Hirn. Tage, an denen man sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen muss. Da habe ich einen erprobten Tipp für Sie: Legen Sie sich einen
Glücksvorrat zu! Das geht ganz einfach.
Im Laufe der Zeit begegnen Ihnen vermutlich genau wie mir Sprüche in Kalendern oder Postkarten,  Lebensweisheiten, Zitate, Gedichte. Eine Weile fristen sie ein kärgliches Dasein an der Pinnwand, werden von anderen Zetteln überdeckt. Oder sie liegen verkrumpelt in der Ablage für die Projekte, die für „irgendwann, wenn ich mal Zeit habe“ der Kompostierung entgegen- modern.
Schade um die vielen kleinen Schätze. Machen Sie es anders:
Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch oder noch besser ein richtiges Fotoalbum. (Das hier ist von der Firma Coppenrath und von mir angepaßt worden)

Glücksvorrat

Reservieren Sie dafür eine Schublade am Schreibtisch oder einen anderen besonderen Platz. Und wann immer Sie etwas finden, das Sie anspricht, legen Sie es dazu. Und einmal in der Woche oder einmal im Monat gönnen Sie sich eine gemütliche halbe Stunde, um Ihre Schätze einzukleben und vielleicht selbst in Schönschrift abzuschreiben (probieren Sie das einmal mit einem schönen Füller …).

Im Laufe der Zeit füllt sich dieses Album mit einem Vorrat an Glücksmomenten, mit denen Sie auftanken können. Und manchmal sind sogar Juwelen dabei, deren Wert sie erst Monate später entdecken. Aha- Erlebnisse garantiert.  Fangen Sie gleich heute an!
Noch mehr Tipps und Schreib- Übungen rund um das Thema Lebensgestaltung und Entscheidungshilfen finden Sie in meinem Buch „Ich schreibe täglich an mich selbst. Kreativ leben mit dem Tagebuch“

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2 comments 10. Juli 2009

Ein unsterbliches Tagebuch – Anne Frank

12. Juni 1942

„Ich werde, hoffe ich, Dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, Du wirst mir eine große Stütze sein.“

Heute vor 67 Jahren schrieb Anne Frank diesen Satz in ihr Tagebuch, das sie zum 13. Geburtstag bekam. Kurze Zeit später musste ihre Familie untertauchen. Heute wäre sie 80 Jahre alt geworden, wenn man sie hätte leben lassen.

Anne Frank

7. März 1944. Wenn ich so über mein Leben vor 1942 nachdenke, kommt es mir so unwirklich vor. Dieses Götterleben erlebte eine ganz andere Anne Frank als die, die hier vernünftig geworden ist. Ein Götterleben, das war es … Ich möchte so gerne noch einmal für einen Abend, für ein paar Tage, für eine Woche so leben, scheinbar unbekümmert und fröhlich …“.

Und dann endet dieser Eintrag mit erstaunlichen Sätzen einer Vierzehnjährigen, die im Untergrund lebt:

„Ich … finde, dass noch bei jedem Kummer etwas Schönes übrig bleibt. Wenn man das betrachtet, entdeckt man immer mehr Freude, und man wird wieder ausgeglichen. Und wer glücklich ist, wird auch andere glücklich machen …

Und dann schreibt sie am 5. April 1944 über ihre Zukunftspläne :

„Ich muss arbeiten, um nicht dumm zu bleiben, um weiterzukommen, um Journalistin zu werden, das will ich! Ich weiß, dass ich schreiben kann … und wenn ich nicht genug Talent habe, um Zeitungsartikel oder Bücher zu schreiben, nun dann kann ich immer noch für mich selbst schreiben. Aber ich will weiterkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so leben muss wie Mutter … und all die anderen Frauen, die ihre Arbeit machen und später vergessen sind. Ich muss neben Mann und Kindern etwas haben, dem ich mich ganz widmen kann. O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod. Und darum bin ich Gott so dankbar, dass er mir bei meiner Geburt schon eine Möglichkeit mitgegeben hat, mich zu entwickeln und zu schreiben, also alles auszudrücken, was in mir ist.

Mit Schreiben werde ich alles los. Mein Kummer verschwindet, mein Mut lebt wieder auf. Aber, und das ist die große Frage, werde ich jemals etwas Großes schreiben können, werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden?“

Sie wurde mit ihrem Tagebuch eine Schriftstellerin, die heute noch gelesen wird. Sie gab Holocaust- Opfern ein Gesicht in Zeiten, in denen in der alten BRD noch viel verdrängt wurde und es wenig Bücher über diese dunkle Zeit gab. Anne Franks Tagebuch ist nicht nur Lektüre für junge Leute. Wiederlesen lohnt sich in jedem Alter.

Anne Frank war die Heldin meiner Jugend. Auch ich wünschte mir zum 13. Geburtstag ein Tagebuch, und ich habe seither immer geschrieben. Das Tagebuchschreiben wurde sogar eines meiner großen Arbeitsthemen. Und ich bin dankbar, dass ich anders als Anne Frank meine Träume, die ich mit 14 Jahren ins Tagebuch schrieb, auch verwirklichen durfte.

Gestern las ich irgendwo „Happy Birthday, Anne Frank“. Nein, so kann ich das nicht sagen. Es ist nicht happy, und es ist kein Birthday. Es wäre ihr 80. Geburtstag. Konjunktiv. Da gibt es nichts zum Gratulieren. Da gibt es Trauer um eines von vielen nicht gelebten Leben. Und Dankbarkeit und Verpflichtung den eigenen Möglichkeiten gegenüber.

Wenn Sie mehr über Anne Frank lesen möchten: Auf meiner Website finden Sie Buchtipps dazu

Add comment 12. Juni 2009

Dankbarkeit und Bitten

Beim Wochenendausflug sah ich in einer Kapelle ein Buch ausliegen:

“ Fürbitten und Danksagungen“ . Daneben ein Kuli. Und dieses Buch war fast voll, so viele Menschen hatten dort ihre Gebete und ihren Dank hinterlassen. Am liebsten hätte ich alles abgeschrieben, es war ein berührender Querschnitt durch viele Lebensgeschichten. In kindlicher Handschrift „Bitte, bitte, lieber Gott, lass meinen Opa noch lange leben“, eine Frauenhandschrift „Danke, dass H. mit dem trinken aufgehört hat“. „Bitte, lieber Gott, mach, dass diese Bewerbung klappt, ich brauche die Arbeit so dringend“. „Danke, dass ich meine schwere Krankheit überstanden habe“.

Dieses Buch liegt in einer Kapelle- aber eigentlich könnte man so ein Buch ja auch für sich selbst anlegen, ein Dankbarkeits- und Wunschbuch. (Lesen Sie dan ganzen Artikel …)

Continue Reading Add comment 20. Mai 2009


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