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Schreib- Übung zum Thema „Innere Berufung“
Vielleicht geht es Ihnen auch so: Sie haben beruflich viel erreicht, spüren aber immer noch so ein nagendes Gefühl, immer noch nicht „angekommen“ zu sein. Sie haben viele Fortbildungen gemacht, spüren aber immer noch, dass das „Richtige“ nicht dabei war.
„Eigentlich“ sollten Sie zufrieden sein, da ist eine innere Stimme, die Ihnen fast ein schlechtes Gewissen macht. Ein schlechtes Gewissen, weil Sie nie zufrieden sind, und ein schlechtes Gewissen, weil Sie nicht längst etwas geändert haben.
Ich verspreche Ihnen nun keine Wunder, aber versuchen Sie es einmal mit dieser hilfreichen Übung :
Übung: Träume sortieren
Gehen Sie in Gedanken alle Ideen und Pläne durch, die Ihnen in früheren Jahren verlockend erschienen und auch die, die Sie jetzt noch reizvoll finden.
Sie wollten bis zum 30. Lebensjahr perfekt englisch und spanisch können? Sie wollten in den Bundestag? Sie wollten einen Beruf, in dem Sie viel von der Welt sehen? Sie wollten eine berühmte Künstlerin werden? Sie wollten in den Entwicklungsdienst gehen? Sie wollten mit Kindern arbeiten? Sie wollten ein altes Haus in Frankreich umbauen und in einem sonnigen Klima leben? Sie wollten selbstständig arbeiten, ohne Chef? Ja, ganz früher wollten Sie sogar „Filmschauspielerin“ sein? Und später bedauerten Sie es, dass Sie als Kind den Geigenunterricht abgebrochen haben? Sie würden gern noch Querflöte lernen? Sie möchten gern etwas tun, wo man ein handgreifliches Ergebnis hat? Sie wollten unbedingt ein Buch schreiben? Sie waren immer fasziniert von der Medizin? Manchmal denken Sie, Sie könnten wenigstens noch Heilpraktiker werden?
Schreiben Sie alle Punkte auf (am besten in ein Notizbuch) und lassen Sie einige Zeilen Platz dazwischen. Lassen Sie sich ruhig einige Tage Zeit und ergänzen Sie die Liste. Wenn Sie mögen und wenn es noch möglich ist, fragen Sie auch Ihre Geschwister, Eltern und alte Freunde aus verschiedenen Lebensphasen, an welche Ihrer früheren Eigenarten und Ideen sie sich noch erinnern. Sie werden überrascht sein, was andere an Ihnen wahrgenommen haben!
„Du hast doch mit 16 schon davon geträumt, mal in Amerika zu leben“! – „Du konntest doch nie genug bekommen von spannenden Geschichten“ – „Du hast damals schon immer so patente Ideen gehabt, wenn wir auf Klassenfahrt waren“ – „Ich dachte immer, Du wirst mal Lehrerin, Du konntest immer so gut erklären“ – „Du hattest doch immer irgendeine Handarbeit dabei“ -“Ich hab Dich immer um Deine tollen Bilder im Kunstunterricht beneidet“- „Weißt Du nicht mehr, dass wir Dich damals immer Daniel Düsentrieb genannt haben? Ich hab´ nie verstanden, dass Du BWL studiert hast“.
Ergänzen Sie Ihre Liste um diese Punkte.
Dann schreiben Sie auf eine Karte die Worte „vorbei, vielleicht, hoffentlich, möglich, sicher“ in verschiedenen Farben.
Mit dieser Karte in der Hand gehen Sie nun Punkt für Punkt durch und notieren dahinter jeweils mit den farbigen Stiften, in welche Kategorie dieser Wunsch fällt.
Vorbei die Idee mit der Medizin? Oder doch ein kleines „Vielleicht“? Eine Stelle, die Ihnen mehr Zeit lässt – hoffentlich? Die Schauspielerei – wirklich „vorbei“, oder gäbe es da womöglich doch ein kleines „Vielleicht“? Das Jahr im Ausland – „möglich“ oder „vorbei“?
Es mag sein, dass Sie einige Träume tatsächlich begraben müssen, aber bevor Sie das tun, legen Sie erst einmal alles für eine Woche beiseite.
Und dann gehen Sie die Liste noch einmal durch. Vielleicht verschieben sich einige Urteile, und Sie sehen in einer Woche Möglichkeiten, wo Sie heute mutlos sind. Vielleicht begegnen Ihnen auch „Zufälle“, die Ihre heutige Einteilung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und dann entscheiden Sie, welchen Wunsch Sie sich als ersten erfüllen wollen. Bewahren Sie die Liste gut auf!
Vielleicht wundern Sie sich nämlich in einigen Jahren, wie sich fast von selbst etwas erfüllte, was Ihnen heute unmöglich scheint, oder wie dann etwas ohne Bedauern „vorbei“ ist, was Sie heute mit „hoffentlich“ versehen.
Noch mehr Übungen finden Sie in meinem Ebook „Wer immer geradeaus geht, kommt nicht weit. Dem Leben eine neue Richtung geben“.
Und natürlich können Sie in einem biografischen Coaching die Frage nach Ihrer Berufung noch intensiver angehen.
Add comment 17. Juli 2009
Alte Freundschaft rostet nicht … ?
… doch, tut sie, wenn sie nicht gepflegt wird. Ganz von selbst halten Kontakte nun mal nicht. Das wissen alle, die ein Blog schreiben oder twittern. Die Aufmerksamkeit will immer wieder neu errungen werden. Für berufliche Zwecke geben wir uns also viel Mühe mit dem „Netzwerken“.
Aber wie ist das privat? Haben Sie noch Kontakt zu Menschen, mit denen Sie als Kinder gespielt haben? Kennen Sie noch Ihre ehemaligen Schulfreunde? Ihre Studienfreunde?
Ich gehöre zu den Menschen, die sehr oft in ihrem Leben umgezogen sind und immer wieder neue Freunde suchen mußten. Aber ich fühlte mich auch in einem neuen Ort, an dem ich niemanden kannte, selten völlig einsam: ich habe Freunde und Freundinnen, die ich nie aus den Augen verloren habe. Das prägt das Lebensgefühl. Und tut auch in Umbruchphasen gut. Aber das ergab sich nicht von selbst, ich mußte etwas dafür tun: Schreiben, Telefonieren, Besuche und eben in den letzten Jahren Emails schicken. Freundschaft will gepflegt und poliert werden wie alles, was lange halten soll. (Wie Liebe natürlich auch)
Der Tod jeder Freundschaft aber ist das Gegenrechnen: „letztes Mal habe ich geschrieben, jetzt ist er dran“ … “ letztes Mal habe ich sie besucht, sie kann sich ja auch mal aufraffen “ (Schnell den Gedanken wegpacken, dass der Freund Legastheniker ist und sich geniert. Schnell den Gedanken wegpacken, dass die Freundin mit ihren Knieproblemen wegen der Treppen ungern Zug fährt …).
Großzügigkeit ist das Schlüsselwort. Ich halte auch nichts von den merkwürdigen Simplify- Rezepten, beim Ausmisten auch gleich Freundschaften auszumisten. Ist mir in den letzten Jahren mal (als „Opfer“) passiert. Mit der Begründung, wir wohnten so weit auseinander, wir würden uns ja nie sehen, und so eine Beziehung sei nutzlos. Tja, wenn man bei Freundschaften eine Kosten- Nutzen- Rechnung aufstellt, ist es wohl keine. Freundschaft nämlich.
Wir hatten vor kurzem unseren jährlichen Klassen- Stammtisch im Heimatort, in dem wir zur Schule gingen. Das machen wir seit einigen Jahren immer am letzten Juni- Wochenende. Kein umständliches Klassenfest, das endlos Vorbereitung erfordert. Nein, einfach einen Tisch in der Kneipe bestellt, Uhrzeit festgelegt, Rundmail an alle. Wer kommt, kommt. Kaum Aufwand, und immer wieder nett. Teilnehmerzahl wechselnd. Und es wird nicht nur von früher gesprochen. Klar, Erinnerungen kommen natürlich auch. Aber der jetzige Alltag, Beruf, die Familien, und neuerdings das Thema Altern … und natürlich kann man mit Menschen, die man so lange kennt (und mit denen man regelmäßig Kontakt hat) auch herrlich sinnlos rumblödeln.
Im letzten Jahr hatten wir ein Wiedersehentreffen mit Studienkollegen aus dem 1. Semester. In unserem Studienort Tübingen. 40 Jahre nach Studienbeginn. Alte 68- er- Generation. Wir waren die großen Welt- Veränderer und – Verbesserer
)
Einige waren seit der Zeit befreundet geblieben, und über allerlei Querverweise und Internet- Websites waren innerhalb weniger Wochen viele Adressen zusammengekommen. Und ungefähr 30 Leute kamen zum Treffen. Ein ganzes Wochenende lang. Es war ungeheuer spannend, die Lebensgeschichten zu hören. Neben Besichtigungen und netten Programmpunkten hatten wir nämlich mehrere Runden Erzählen und Zuhören eingeplant. Nicht nach dem Motto „mein Haus, mein Boot, mein Auto“, sondern mit dem echten Interesse, wie es dem anderen in seinem Leben ergangen ist. Fortsetzung folgt schon im nächsten Jahr: Wir sind in einem Alter, wo man keine Zeit mehr verschwendet und alles auf „später mal“ verschiebt.
Aber es ist halt so: Einer muss den Anfang machen. Mit der Einstellung „Warum ich, die anderen können doch auch … “ passiert nix. Rien, niente, nada.
Machen Sie den Anfang. Es lohnt sich. Sie werden angenehm überrascht sein, welch nette Menschen aus den pickeligen Mitschülern oder klug schwätzenden Kommilitonen geworden sind. Na gut, einige sind vielleicht zum … aber die wenigen Ausnahmen verkraften Sie doch locker! Und Sie gewinnen einige neue alte Freunde.
Add comment 30. Juni 2009
Ein interessantes Schreib- Experiment
Gestern habe ich schon über Tagebuchschreiben und Realität erschaffen und über die faszinierenden Zusammenhänge von Schreiben und Synchronizität berichtet. Hier folgt nun eine konkrete Ergänzung: Zamyat Klein hat in ihrem Blog jetzt konkrete Vorschläge für das Vorgehen bei ihrem Schreib- Experiment, und ich möchte Sie ermuntern, dort mitzumachen. Hier finden Sie die Seite!
Add comment 24. Juni 2009
Tagebuchschreiben kann die Realität formen
Ralf Senftleben weist in seinem neuen Newsletter auf interessante Forschungen der amerikanischen Psychologin Sonja Lyubomirsky hin. Diese hatten zum Ergebnis, dass Menschen, die jeden Tag aufschreiben, wie sie sich ihr ideales Leben vorstellen, tatsächlich einige Jahre später erfolgreich vieles davon realisiert hatten, oft sogar ohne Anstrengung.
Zamyat Klein greift heute diesen Gedanken auf und macht ihren Lesern und Leserinnen den Vorschlag, auch ein solches Experiment auf die Beine zu stellen. Das finde ich eine gute Idee! Ich bin ja begeisterte Schreiberin, schreibe seit meinem 13. Lebensjahr intensiv Tagebuch und habe es auch immer für Ideen, Träume und Zukunftsvorstellungen genutzt. Und bin immer wieder erstaunt, wie viel davon sich wirklich entfaltet hat. Machen Sie mit beim Experiment, das Zamyat Klein angeregt hat!
In meinen Büchern „Das kann doch kein Zufall sein“ und „Ich schreibe täglich an mich selbst“ habe ich übrigens unter anderem den Zusammenhang von Schreiben und Synchronizität ( „sinnvolle Zufälle“ wurden von C.G. Jung so genannt) erforscht und viele Menschen zu diesen Themen interviewt. Sie finden im Buch über das Tagebuchschreiben auch etliche Übungen, um Ihr Leben schreibend zu gestalten.
Die „Magie des Tagebuchschreibens“ ist wirklich erstaunlich, und der amerikanische Psychologe Ira Progoff war sogar der Meinung, dass Menschen, die regelmäßig und intensiv Tagebuch schreiben, häufiger als andere synchronistische Erlebnisse haben, in denen innen und außen sich ergänzen: auf der äußeren Ebene ereignet sich etwas, was mit einemwichtigen inneren Thema korreliert.
Continue Reading Add comment 23. Juni 2009
