„Wenn Du noch eine Mutter hast …“

11. Mai 2009 at 11:52 2 Kommentare

„… so danke Gott und sei zufrieden „ … kennen Sie noch dieses etwas altmodische Gedicht?

“ … Nicht allen auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden.
Wenn Du noch eine Mutter hast, so sollst du sie in Liebe pflegen,
daß sie dereinst ihr müdes Haupt in Frieden kann zur Ruhe legen.“

In meinem Freundeskreis bin ich eine der wenigen, die noch eine Mutter hat, und ich bin sehr dankbar dafür. Früher war Muttertag oft so ein Tag, an dem wir Kinder gehetzt, in letzter Minute irgendein kleines Geschenk besorgten. Dann kam bei vielen die Motz- und Trotzphase: Muttertag ist doof, kommerziell, von den blöden Amis erfunden etc. Naja, schenken wir Muttern trotzdem was. Auch wenn sie es nicht erwartet und nie Druck ausübte.

In den letzten Jahren hat sich da meine Wahrnehmung gewandelt. Die Zeit ist kostbar. Natürlich kümmern wir uns nicht nur am Muttertag um unsere Mutter. Und im Zeitalter von Telefon und Email kann man jeden Tag Liebe zeigen. Ich genieße es, jeden Tag mit meiner Mutter zu telefonieren. (Mal ehrlich: so viel Zeit, die wir heute im Internet surfend verbringen …und da haben wir keine 10 Minuten Zeit  für einen lieben Menschen?)

Aber gestern den Muttertag gemeinsam verbringen, das war schon etwas ganz Besonderes.Meine Geschwister und ich haben eine wunderbare Mutter.

Ich bin gelegentlich in Coaching- Gesprächen erschüttert, wieviel Groll erwachsene Klienten gegen ihre Eltern als schweres Gepäck durch das Leben schleppen. Wie oft die Motivation „Denen zeig ich es“  die eigene Freude am beruflichen Erfolg vergiftet.

Da fällt mir wieder Virginia Satir ein, die  einmal sagte: „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit gehabt zu haben“. Es liegt in unserer Hand, die Wahrnehmung der vergangenen Erlebnisse zu verändern.  Ja, die Eltern haben sich nicht immer so verhalten, wie wir es uns gewünscht hätten. Ja,  wir waren in der Pubertät oft sauer auf sie. Aber haben Sie sie je gefragt, wie deren Kindheit war? Was sie auf der Flucht erlebt haben? Wie es war, einen Vater oder Opa zu haben, der nach 5 Jahren Sibirien ein Wrack war? Eine Mutter oder Oma, die auf der Flucht vergewaltigt wurde und nie darüber sprechen konnte? Als Kind nie in den Arm genommen worden zu sein?

Was das mit beruflichem Erfolg zu tun hat? Mit Coaching?

Ganz einfach: Mit über 30 noch zu grollen, hindert daran, ein glückliches eigenes Leben zu führen. Bindet einen an die Vergangenheit. Kostet zu viel Energie, die Sie gut für die Entwicklung Ihrer Zukunft brauchen können. Verzeihen setzt Energie frei. Und die brauchen Sie, um in der allgemeinen Krisen- Stimmung gelassen zu bleiben und Ihre Zukunft weiter in die Hand zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.


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