Archive for Juni, 2009

Alte Freundschaft rostet nicht … ?


… doch, tut sie, wenn sie nicht gepflegt wird. Ganz von selbst halten Kontakte nun mal nicht. Das wissen alle, die ein Blog schreiben oder twittern. Die Aufmerksamkeit will immer wieder neu errungen werden. Für berufliche Zwecke geben wir uns also viel Mühe mit dem „Netzwerken“.

Aber wie ist das privat? Haben Sie noch Kontakt zu Menschen, mit denen Sie als Kinder gespielt haben? Kennen Sie noch Ihre ehemaligen Schulfreunde? Ihre Studienfreunde?

Ich gehöre zu den Menschen, die sehr oft in ihrem Leben umgezogen sind und immer wieder neue Freunde suchen mußten. Aber ich fühlte mich auch in einem neuen Ort, an dem ich niemanden kannte, selten völlig einsam: ich habe Freunde und Freundinnen, die ich nie aus den Augen verloren habe. Das prägt das Lebensgefühl. Und tut auch in Umbruchphasen gut. Aber das ergab sich nicht von selbst, ich mußte etwas dafür tun:  Schreiben, Telefonieren, Besuche und eben in den letzten Jahren Emails schicken. Freundschaft will gepflegt und poliert werden wie alles, was lange halten soll. (Wie Liebe natürlich auch)

Der Tod jeder Freundschaft aber ist das Gegenrechnen: „letztes Mal habe ich geschrieben, jetzt ist er dran“ … “ letztes Mal habe ich sie besucht, sie kann sich ja auch mal aufraffen “ (Schnell den Gedanken wegpacken, dass der Freund Legastheniker ist und sich geniert. Schnell den Gedanken wegpacken, dass die Freundin mit ihren Knieproblemen wegen der Treppen ungern Zug fährt …).

Großzügigkeit ist das Schlüsselwort. Ich halte auch nichts von den merkwürdigen Simplify- Rezepten, beim Ausmisten auch gleich Freundschaften auszumisten. Ist mir in den letzten Jahren  mal (als „Opfer“)  passiert. Mit der Begründung, wir wohnten so weit auseinander, wir würden uns ja nie sehen, und so eine Beziehung sei nutzlos. Tja, wenn man bei Freundschaften eine Kosten- Nutzen- Rechnung aufstellt, ist es wohl keine. Freundschaft nämlich.

Wir hatten vor kurzem unseren jährlichen Klassen- Stammtisch im Heimatort, in dem wir zur Schule gingen. Das machen wir seit einigen Jahren immer am letzten Juni- Wochenende. Kein umständliches Klassenfest, das endlos Vorbereitung erfordert. Nein, einfach einen Tisch in der Kneipe bestellt, Uhrzeit festgelegt, Rundmail an alle. Wer kommt, kommt. Kaum Aufwand, und immer wieder nett. Teilnehmerzahl wechselnd.  Und es wird nicht nur von früher gesprochen. Klar, Erinnerungen kommen natürlich auch. Aber der jetzige Alltag, Beruf,  die Familien, und neuerdings das Thema Altern …  und natürlich kann man mit Menschen, die man so lange kennt (und mit denen man regelmäßig Kontakt hat) auch herrlich sinnlos rumblödeln.

Im letzten Jahr hatten wir ein Wiedersehentreffen mit Studienkollegen aus dem 1. Semester. In unserem Studienort Tübingen. 40 Jahre nach Studienbeginn. Alte 68- er- Generation. Wir waren die großen Welt- Veränderer und – Verbesserer ;-))

Einige waren seit der Zeit befreundet geblieben, und über allerlei Querverweise und Internet- Websites waren innerhalb weniger Wochen viele Adressen zusammengekommen.  Und ungefähr 30 Leute kamen zum Treffen. Ein ganzes Wochenende lang.  Es war ungeheuer spannend, die Lebensgeschichten zu hören. Neben Besichtigungen und netten Programmpunkten hatten wir nämlich mehrere Runden Erzählen und Zuhören eingeplant.  Nicht nach dem Motto „mein Haus, mein Boot, mein Auto“, sondern mit dem echten Interesse, wie es dem anderen in seinem Leben ergangen ist.  Fortsetzung folgt schon im nächsten Jahr: Wir sind in einem Alter, wo man keine Zeit mehr verschwendet und alles auf „später mal“ verschiebt.

Aber es ist halt so: Einer muss den Anfang machen. Mit der Einstellung „Warum ich, die anderen können doch auch … “ passiert nix. Rien, niente, nada.

Machen Sie den Anfang. Es lohnt sich. Sie werden angenehm überrascht sein, welch nette Menschen aus den pickeligen Mitschülern oder klug schwätzenden Kommilitonen geworden sind. Na gut, einige sind vielleicht  zum … aber die wenigen Ausnahmen verkraften Sie doch locker! Und Sie gewinnen einige neue alte Freunde.

30. Juni 2009 at 11:49 Hinterlasse einen Kommentar

Ein interessantes Schreib- Experiment

Gestern habe ich schon über Tagebuchschreiben und Realität erschaffen und über die faszinierenden Zusammenhänge von Schreiben und Synchronizität berichtet.  Hier folgt nun eine konkrete Ergänzung: Zamyat Klein hat in ihrem Blog jetzt konkrete Vorschläge für das Vorgehen bei  ihrem Schreib- Experiment, und ich möchte Sie ermuntern, dort mitzumachen. Hier finden Sie die Seite!

24. Juni 2009 at 10:29 Hinterlasse einen Kommentar

Tagebuchschreiben kann die Realität formen

Ralf Senftleben weist in seinem neuen Newsletter auf interessante Forschungen der amerikanischen Psychologin Sonja Lyubomirsky hin. Diese hatten zum Ergebnis, dass Menschen, die jeden Tag aufschreiben, wie sie sich ihr ideales Leben vorstellen, tatsächlich einige Jahre später erfolgreich vieles davon realisiert hatten, oft sogar ohne Anstrengung.

Zamyat Klein greift heute diesen Gedanken auf und macht ihren Lesern und Leserinnen den Vorschlag, auch ein solches Experiment auf die Beine zu stellen. Das finde ich eine gute Idee! Ich bin ja begeisterte Schreiberin, schreibe seit meinem 13. Lebensjahr intensiv Tagebuch und habe es auch immer für Ideen, Träume und Zukunftsvorstellungen genutzt. Und bin immer wieder erstaunt, wie viel davon sich wirklich entfaltet hat. Machen Sie mit beim Experiment, das Zamyat Klein angeregt hat!

In meinen Büchern „Das kann doch kein Zufall sein“ und „Ich schreibe täglich an mich selbst“ habe ich übrigens unter anderem den Zusammenhang von Schreiben und Synchronizität ( „sinnvolle Zufälle“ wurden von C.G. Jung so genannt) erforscht und viele Menschen zu diesen Themen interviewt. Sie finden im Buch über das Tagebuchschreiben auch etliche Übungen, um Ihr Leben schreibend zu gestalten.

Die „Magie des Tagebuchschreibens“ ist wirklich erstaunlich, und der amerikanische Psychologe Ira Progoff war sogar der Meinung, dass Menschen, die regelmäßig und intensiv Tagebuch schreiben, häufiger als andere synchronistische Erlebnisse haben, in denen innen und außen sich ergänzen: auf der äußeren Ebene ereignet sich etwas, was mit einemwichtigen inneren Thema korreliert.

Continue Reading 23. Juni 2009 at 15:18 Hinterlasse einen Kommentar

Neue Projekte brauchen ein solides Fundament

Überall in unserem Garten wurden in den letzten Monaten eifrig Vogelnester gebaut. Da gibt es reichlich Möglichkeiten in diversen Hecken, geschützten Querstreben am Gartenhaus, Büschen und Bäumen. Wir bewundern immer wieder die Kunst der Vögel, aus Zweigen, Moos, Blättern und Erde ein Zuhause zu bauen. Jedes Jahr aber kommt es vor, dass ein Vogel sich den großen Bambusstrauch für den Nestbau aussucht. Der steht an einer windigen Stelle, hat reichlich dünne Zweige, bietet keine Verästelung, die ein Nest tragen kann – und so liegt jedes Jahr wieder ein Nest zerstört am Boden, bevor es Eier tragen kann. So viel Mühe umsonst, so viel kunstvolles Arbeiten vergeblich, weil das Fundament nicht stimmte …

Ich bekomme manchmal Coaching- Anfragen von Menschen, die beruflich ein „neues Nest“ bauen wollen. Sie sind unzufrieden mit der jetzigen Situation, haben Ideen für neue Projekte, und wir arbeiten gemeinsam an deren Verwirklichung. Und dabei stellen wir gelegentlich auch fest, dass das Fundament (noch) zu wacklig ist: Bestimmte Fachkenntnisse fehlen (noch), die Finanzierung steht auf extrem wackligen Füßen, Idee und Ort passen nicht zusammen, oder aber das geplante Projekt erfordert einen zupackenden Organisator und keinen sensiblen Künstler. Es gibt viele Aspekte, die das Fundament

Continue Reading 17. Juni 2009 at 07:33 4 Kommentare

Heute erscheint mein neuer Newsletter …

… mit den Themen

  • Neuigkeiten u.a. zu Twitter
  • Coaching-Thema mit Übung: Innere Berufung finden
  • Alltagstipp : 5- Minuten-Projekt
  • Verlosung

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15. Juni 2009 at 12:24 Hinterlasse einen Kommentar

Ein unsterbliches Tagebuch – Anne Frank

12. Juni 1942

„Ich werde, hoffe ich, Dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, Du wirst mir eine große Stütze sein.“

Heute vor 67 Jahren schrieb Anne Frank diesen Satz in ihr Tagebuch, das sie zum 13. Geburtstag bekam. Kurze Zeit später musste ihre Familie untertauchen. Heute wäre sie 80 Jahre alt geworden, wenn man sie hätte leben lassen.

Anne Frank

7. März 1944. Wenn ich so über mein Leben vor 1942 nachdenke, kommt es mir so unwirklich vor. Dieses Götterleben erlebte eine ganz andere Anne Frank als die, die hier vernünftig geworden ist. Ein Götterleben, das war es … Ich möchte so gerne noch einmal für einen Abend, für ein paar Tage, für eine Woche so leben, scheinbar unbekümmert und fröhlich …“.

Und dann endet dieser Eintrag mit erstaunlichen Sätzen einer Vierzehnjährigen, die im Untergrund lebt:

„Ich … finde, dass noch bei jedem Kummer etwas Schönes übrig bleibt. Wenn man das betrachtet, entdeckt man immer mehr Freude, und man wird wieder ausgeglichen. Und wer glücklich ist, wird auch andere glücklich machen …

Und dann schreibt sie am 5. April 1944 über ihre Zukunftspläne :

„Ich muss arbeiten, um nicht dumm zu bleiben, um weiterzukommen, um Journalistin zu werden, das will ich! Ich weiß, dass ich schreiben kann … und wenn ich nicht genug Talent habe, um Zeitungsartikel oder Bücher zu schreiben, nun dann kann ich immer noch für mich selbst schreiben. Aber ich will weiterkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so leben muss wie Mutter … und all die anderen Frauen, die ihre Arbeit machen und später vergessen sind. Ich muss neben Mann und Kindern etwas haben, dem ich mich ganz widmen kann. O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod. Und darum bin ich Gott so dankbar, dass er mir bei meiner Geburt schon eine Möglichkeit mitgegeben hat, mich zu entwickeln und zu schreiben, also alles auszudrücken, was in mir ist.

Mit Schreiben werde ich alles los. Mein Kummer verschwindet, mein Mut lebt wieder auf. Aber, und das ist die große Frage, werde ich jemals etwas Großes schreiben können, werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden?“

Sie wurde mit ihrem Tagebuch eine Schriftstellerin, die heute noch gelesen wird. Sie gab Holocaust- Opfern ein Gesicht in Zeiten, in denen in der alten BRD noch viel verdrängt wurde und es wenig Bücher über diese dunkle Zeit gab. Anne Franks Tagebuch ist nicht nur Lektüre für junge Leute. Wiederlesen lohnt sich in jedem Alter.

Anne Frank war die Heldin meiner Jugend. Auch ich wünschte mir zum 13. Geburtstag ein Tagebuch, und ich habe seither immer geschrieben. Das Tagebuchschreiben wurde sogar eines meiner großen Arbeitsthemen. Und ich bin dankbar, dass ich anders als Anne Frank meine Träume, die ich mit 14 Jahren ins Tagebuch schrieb, auch verwirklichen durfte.

Gestern las ich irgendwo „Happy Birthday, Anne Frank“. Nein, so kann ich das nicht sagen. Es ist nicht happy, und es ist kein Birthday. Es wäre ihr 80. Geburtstag. Konjunktiv. Da gibt es nichts zum Gratulieren. Da gibt es Trauer um eines von vielen nicht gelebten Leben. Und Dankbarkeit und Verpflichtung den eigenen Möglichkeiten gegenüber.

Wenn Sie mehr über Anne Frank lesen möchten: Auf meiner Website finden Sie Buchtipps dazu

12. Juni 2009 at 12:23 2 Kommentare

Motivation und Musik 2: „You can get it,if you really want“

Hier kommt nun wie versprochen, ein weiterer Song, der ungeahnte Motivationsschübe auslösen kann. Vielleicht auch bei Ihnen! (Und was ist Ihre „Motivations- Musik“? Schreiben Sie einen Kommentar!)

Ich habe diesen Song hier zum ersten Mal gehört, als ich einen ganz starken Wunsch hatte – nämlich in Kalifornien ein Aufbaustudium machen zu können, nachdem ich schon einmal dort studiert hatte. Das war aber nun ein unerfüllbarer Wunsch, eine Nummer zu groß in der damaligen Situation. Ich hatte eine Stelle, in der ich unglücklich war, aber gut verdiente. Kündigung,  Auslandsstudium = kein Geld. So sah´s aus. War in einer schwierigen Beziehung … alles nicht die idealen Voraussetzungen. Und da hörte ich bei meiner holländischen Freundin dieses Lied:

„you can get it, if you really want“ von Jimmy Cliff and the Whalers.

Tja, das wär schön gewesen. So einfach. Aber es heißt dort eben auch :

„But you must try, try and try – you succeed at last“.

Und genau diese Kombination von starkem Wunsch und harter Arbeit und dann noch einigen glücklichen Fügungen brachte mich dann innerhalb eines Jahres nach San Francisco zum Studieren. Es war nicht nur lockeres Tralala, es war auch harte Arbeit, viele Zweifel, viele Tränen. Wie das eben ist, wenn man seinem Leben eine neue Richtung gibt.

Dieser Song ist immer noch einer meiner Lieblingssongs – mit einem Rhythmus, der Schlappheit in Energie verwandelt. Probieren Sie´s selbst!

Unter dem Video steht der Text zum Mitsingen (Singen ist ja auch gut für die Energie ;-))

Und hier der Text

You can get it if you really want
You can get it if you really want
You can get it if you really want
But you must try, try and try
Try and try, you’ll succeed at last

Persecution you must bear
Win or lose you’ve got to get your share
Got your mind set on a dream
You can get it, though harder them seem now

You can get it if you really want
You can get it if you really want
You can get it if you really want
But you must try, try and try
Try and try, you’ll succeed at last
I know it, listen

Rome was not built in a day
Opposition will come your way
But the hotter the battle you see
It\’s the sweeter the victory, now

You can get it if you really want
You can get it if you really want
You can get it if you really want
But you must try, try and try
Try and try, you’ll succeed at last

– so don’t give up now

(Textquelle hier )

Und jetzt bin ich neugierig auf Ihre Lieblings- Motivations- Musik!

10. Juni 2009 at 11:31 1 Kommentar

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