Verantwortung im Job- nur im Ausland?

1. Juni 2009 at 15:45 Hinterlasse einen Kommentar

In der Süddeutschen Zeitung ist in der Wochenendausgabe ein interessanter Artikel über junge Leute, die im Ausland arbeiten und dort Verantwortung tragen, die man ihnen in Deutschland nicht zutrauen würde:

„Hin und weg. Von vier Jung- Akademikern, die in die Welt auszogen, einen guten Job zu finden.“

Ich finde es natürlich Klasse, wenn Leute im Ausland arbeiten wollen. Habe selbst lange genug mehrmals in Kalifornien gelebt, und das prägt mein Leben bis heute. Möchte die Zeit, die Erfahrungen, die Kontakte, die Sprache nicht missen und rate allen jungen Leuten, unbedingt eine Zeit draußen in der Welt zu verbringen.

Aber ich frage mich bei dem Thema des Artikels in der Süddeutschen Zeitung: Was hat sich denn da in den letzten 25 Jahren in Deutschland so verändert? Wie kommt es, dass man hierzulande 30jährige als Berufsanfänger sieht, denen man noch keine Führungskompetenz  zutraut?

Ende der siebziger Jahre war es für mich – nicht einmal 30 Jahre alt- und meine Kollegen an der psychologischen Beratungsstelle völlig normal, selbstständig auch sehr viel ältere Menschen zu beraten. Wir waren erwachsen, wir hatten studiert, wir hatten Fortbildungen gemacht, wir hatten Supervision.  Wir waren Menschen, denen man Verantwortung, Belastbarkeit, Kompetenz zutraute. Ja, man dachte darüber nicht einmal nach, es war so selbstverständlich. Und meinen Studienfreunden ging es ebenso.

Welch eine merkwürdige Entwicklung- wir waren erst mit 21 volljährig, aber verließen mit 18 das Elternhaus, um unser eigenes Leben zu führen. Jetzt ist man mit 18 volljährig, soll aber 10 Jahre später immer noch in Praktika seine Lebenszeit vergeuden und findet eher im Ausland die Möglichkeit, seine Fähigkeiten einzusetzen als in dem Land, das die eigene Ausbildung mitfinanzierte? Wie pervers kann Bildungspolitik, wie pervers kann Berufspolitik sein?

Wie erleben Sie das als ca. 30jährige oder als Beobachter in Ihrer privaten und beruflichen Umgebung ?

Advertisements

Entry filed under: Ausland, Coaching, Job, Verantwortung, Zukunft. Tags: , , , , .

Die eigene Berufung finden – den Richtungswechsel wagen Frau Mardorf zwitschert jetzt auch …

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Richtungswechsel Ebook und Taschenbuch

Tagebuch

Zufall/ Synchronizität

Das kann doch kein Zufall sein - als Taschenbuch und jetzt als Ebook

Spaziergang als Ebook

Schreiben Sie Ihre Biografie oder interviewen Sie Ihre Verwandten!

Spaziergang als TaBu

Auch ein schönes Geschenk!
Juni 2009
M D M D F S S
« Mai   Jul »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Archive

Feeds