Privat- Archäologie

24. Juli 2009 at 11:30 Hinterlasse einen Kommentar


Ja, ja, ich habe mein Blog vernachlässigt. Ich hatte ja ganz am Anfang erzählt, dass ich es einfach mal ausprobieren will mit dem Bloggen. Und was stelle ich fest? Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn mal eine Woche nicht blogge. Das finde ich nicht gut. Das schlechte Gewissen, meine ich.

Bei mir war in den letzten Tagen einiges andere wichtiger. Schöne volle Tage, an denen ich dann abends keine Lust mehr zum „Pflichtbloggen“ hatte. Auch wenn mir dadurch vielleicht die mühsam aufgabaute Leserschaft untreu wird. Das gleiche gilt fürs Twittern: Das reale Leben darf auch weiterhin den Vorrang haben.

Neben den normalen Terminen habe ich lustvoll Akten gewälzt. Ja! Nämlich alte Akten. Die ich aussortiert habe. Versicherungsunterlagen, Buchideen, die nicht mehr aktuell sind, frühere Manuskript- Fassungen, Archiv- Artikel, die ich mittlerweile jederzeit im Internet finde, Kochrezepte, die ich doch nie kochen werde, Briefe, die ich längst beantwortet habe , aber noch eine Weile aufbewahrte, Computer- Tipps, die ich noch einheften wollte. Garantien und Gebrauchsanweisungen für Geräte, die wir in der Zwischenzeit entsorgt haben, Bastelanleitungen für Geschenke, die längst verschenkt sind. Und auch Bücher, die ich garantiert nie mehr lesen werde. Obwohl sie Klassiker sind, die mich sicher weiter interessieren werden. ABER:  Sie sind in kleiner Schrift gedruckt. Und die ist mit meinen nicht mehr so jungen Augen, die das Kunststück fertig bringen, kurzsichtig und altersweitsichtig gleichzeitig zu sein, fürchterlich anstrengend. Dennoch, Durchblättern muss sein, Erinnerungen kommen hoch: Da finde ich in einem Buch  Anmerkungen in meiner jugendlichen Handschrift am Rand, ja, dieses Buch habe ich für eine der legendären Literatur- Vorlesungen von Walter Jens in Tübingen Ende der sechziger Jahre gelesen.  Wehmut:  Gerade lese ich das Buch seiner Frau Inge Jens „Unvollständige Erinnerungen“. Dies Buch möchte ich Ihnen sehr ans Herz legen.

Inge Jens,Unvollständige Erinnerungen

Sie schreibt darin unter anderem auch über die Demenz ihres Mannes.  Dieser beeindruckende Intellektuelle, dem wir so viel verdanken, weiß nicht mehr, wer er ist … Gedanken über das eigene Altern …

Ein Durchgang durch viele Lebensbereiche und viele Lebensphasen. Buddeln in die Tiefe mehrerer Jahre (obwohl ich dieses Ausmisten jedes Jahr mache, bleibt immer noch viel hängen …) . Das ist Archäologie  im Kleinen, vorsichtig Schichten abtragen, um die wirklich wichtigen Dinge freizulegen. Vieles, was vor Monaten sehr wichtig schien, ist heute schon unwesentlich und kann entsorgt werden.  Vieles, was vor Monaten dringlich war, hat sich in der Zwischenzeit von selbst erledigt.

Jeder leere Ordner schafft Platz für Neues und Zukunft, und das belebt ungemein.

So, jetzt werde ich weitermachen. Ich wünsche Ihnen einen vergnüglichen Freitag und ein sonniges Wochenende.

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