Dankbarkeit im November

6. November 2011 at 20:14 Hinterlasse einen Kommentar

Während Südfrankreich und Norditalien im Wasser versinken, werden wir hier in Norddeutschland mit einem ruhigen und oft sonnigen Herbst beschenkt. An unserem früheren Wohnort haben wir Hochwasser erlebt (das Schlimmste ist für die Betroffenen der unsägliche Dreck hinterher, wenn das Wasser abgeflossen ist),  und in Südfrankreich sind wir einmal einem Unwetter wie jetzt entkommen. In der Gegend, aus der wir flüchteten, ertranken damals viele Menschen. Ich kann mir also sehr anschaulich vorstellen, wie es den Menschen im Süden Europas geht.

Obwohl auch für mich der Novemberanfang durchaus traurige Seiten hat: In einem Kalender fand ich neulich den Satz „Der Herbst ist der Frühling des Winters“, und in diesem Jahr stimmt das für unsere Gegend wirklich. Dafür bin ich dankbar. Ja, auch ein nebliger Tag wie heute ändert daran nichts. Noch am Freitag saß ich mittags zwei Stunden in meinem gemütlichen Strandkorb auf der Terrasse. (Strandkorb: Der Kinderwagen für Erwachsene 😉 , so kuschelig  ). Das sind die Momente, wo alles andere warten kann – diese zwei kostbaren Sonnenstunden, wohl die letzten mit so viel Wärme in diesem Jahr, die lassen sich nicht nachholen.  Korrekturen, Büro, Emails, Bügelwäsche, die können alle bis zum schlechten Wetter warten.

Ich machte einen Gang durch unseren Garten in den letzten Tagen:

Die gelbe Rose hat noch einmal Knospen bekommen

Die roten Rosen am Rosenbogen leuchten jeetzt als Hagebutten in den Himmel

Die Dahlien müssen bei diesen Temperaturen noch nicht ausgebuddelt werden, sondern dürfen noch blühen

Aus lauter Lebensfreude mutiert Lucy zu einem wilden Temperamentsbündel …

… und bietet mir dann ganz gesittet einen Apfel als Ball zum Werfen an

Der Lavendel blüht und duftet noch – November in Norddeutschland!

Ein Goldfisch nimmt ein Sonnenbad …

… und ich bin trotz allem, was schwierig ist,  heiter und „sozusagen grundlos vergnügt“ wie Mascha Kaleko. Am Freitag waren wir im Rahmen der Literakur Bad Essen zu einem Abend mit Alix Dudel mit Gedichten von Mascha Kaleko. Sie schrieb in Berlin über die Verlorenheit in der Großstadt, musste 1938 als Jüdin Deutschland verlassen,  lebte in der Emigration in den USA und später in Israel. Wenn Sie sie noch nicht kennen: Lesen Sie die Gedichte von Mascha Kaleko (hier eine Auswahl und mehr über ihr Leben).

Mein Vater und seine ganze Familie waren Emigranten, die ihre Heimat im Krieg verlassen mussten und erst nach mehreren Zwischenstationen ein Zuhause fanden. Ich habe ein Zuhause. Und einen Menschen, der meine Insel ist – siehe Mascha Kaleko.

Und wofür sind Sie dankbar? Trotz November?

Advertisements

Entry filed under: Alltag, Dankbarkeit, Dorf, Freude, Gedichte, Kunst, Lebensfreude. Tags: , , , , .

Für Gern- Leser und Viel- Leserinnen (oder umgelehrt) Köstliche Kunst aus der Kunstschule

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Richtungswechsel Ebook und Taschenbuch

Tagebuch

Zufall/ Synchronizität

Das kann doch kein Zufall sein - als Taschenbuch und jetzt als Ebook

Spaziergang als Ebook

Schreiben Sie Ihre Biografie oder interviewen Sie Ihre Verwandten!

Spaziergang als TaBu

Auch ein schönes Geschenk!
November 2011
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

Archive

Feeds