Literatur und Realität – Stanislav Lems Prognose vor 50 Jahren

8. Dezember 2011 at 12:40 Hinterlasse einen Kommentar

Im lesenwerten Blog von Petra van Cronenburg fand ich den Hinweis auf den Schriftsteller, Philosophen, literarischen Erschaffer neuer Welten Stanislav Lem,der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. In seinem Buch „Rückkehr von den Sternen“, das er vor 50 Jahren schrieb, schilderte er, wie er sich die Zukunft der Buchläden vorstellt (Zitat aus der englischen Version „Return from the stars“ ):

„No longer was it possible to browse among shelves, to weigh volumes in hand, to feel their heft, the promise of ponderous reading. The bookstore resembled, instead, an electronic laboratory. The books were crystals with recorded contents. They can be read the aid of an opton, which was similar to a book but had only one page between the covers. At a touch, successive pages of the text appeared on it. But optons were little used, the sales-robot told me. The public preferred lectons – like lectons read out loud, they could be set to any voice, tempo, and modulation. Only scientific publications having a very limited distribution were still printed, on a plastic imitation paper. Thus all my purchases fitted into one pocket, though there must have been almost three hundred titles …. So a book was printed, as it were, every time someone needed it. The question of printings, of their quantity, of their running out, had ceased to exist. Actually, a great achievement, and yet I regretted the passing of books.“

Die ganze Passage können Sie hier lesen

Da bekommt man ja beim Lesen fast eine Gänsehaut, wie genau er ebooks und Books on Demand beschreibt.

Stanislav Lem äußerte sich in einem seiner letzten Interviews sehr skeptisch über den Nutzen des Internets und weigerte sich, es selbst zu nutzen:

Frage: Benutzen Sie eigentlich das Internet?

Stanislaw Lem: „Nein, ich weigere mich, es zu benutzen. Man hat versucht, mich gewissermaßen mit einer großen Schachtel von Schokoladenbonbons dazu zu bringen, einen Zugang einzurichten. Ich hätte das ganz umsonst erhalten, aber ich will nicht. Ich habe hier so viele wissenschaftliche Bücher und Journale, die ich noch nicht lesen konnte. Ich fürchte mich vor der sogenannten informatischen Sintflut.

Durch das Internet werden gewisse Pfeiler des Kapitalismus erodieren. Das Copyright ist bereits jetzt schon in Gefahr geraten. Es ist fast unmöglich, ein vollkommenes Eigentum des Copyright zu garantieren“ (Quelle: Telepolis )

Es gibt noch so viele Bücher zu entdecken …

Das Buch „Rückkehr von den Sternen“ können Sie auf deutsch hier bestellen

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