Archive for Juli, 2012

Lebenslauf

Am Wochenende war ich zum Klassentreffen – 44 Jahre ist unser Abi nun schon her. Aber wenn wir zusammensitzen, schnurrt die Zeit zusammen. Da sind die gestandenen Rechtsanwälte, Ärztinnen, Ärzte, Lehrerinnen, Lehrer usw. innerhalb einer halben Stunde wieder in Blödelstimmung wie auf Klassenfahrt in den Harz  (ja, ja, die Psychologin auch …), und hinter den grauen Haaren erkennen wir die vertrauten Menschen, die wir auch heute noch mit ihren damaligen Spitznamen anreden.

Und dazwischen gibt es dann die ernsthaften Gespräche: In unserem Alter existieren bei einigen natürlich auch schon Krankheiten, die Lebensläufe verändern; Frührente, die so gar nicht angepeilt war; Verluste lieber Menschen. Und nach fast 50 Jahren Kennen erfahre ich plötzlich Einzelheiten aus der vom Krieg geprägten Familiengeschichte eines Klassenkameraden, von denen ich keine Ahnung hatte. Als Kinder und Jugendliche waren wir mit anderen Dingen beschäftigt als Probleme zu wälzen. Auch heute weigern wir uns, diese typischen Wartezimmer-Gespräche mit der Aufzählung von Wehwehchen zu führen. Aber echte Anteilnahme an den schweren Schicksalen, die einige durchzustehen hatten, ist etwas anderes.

Etliche haben als Eltern oder als Lehrer die Numerus-Clausus-Nöte jüngerer Generationen erlebt, wo ein Notenschnitt von 2 nicht ausreicht für den Traumberuf. Wir hatten damals teilweise ganz durchschnittliche Abi-Noten. Damals zählte ein Schnitt von 2,2 schon zur Elite, und mit einem damaligen Abi-Durchschnitt von 3,7 oder gar 4  kann heute so mancher auf ein erfolgreiches Studium und eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mancher von uns hätte heute mit seinen Abitur-Noten keine Chance! Wir bedauern die Jüngeren, die zwar unendlich viele Möglichkeiten  haben, aber einen Leistungsdruck,den frühere Generationen in dieser Form nicht hatten. Dass es in diesen Jahrzehnten wirklich Fortschritte in der Bildungspolitik gegeben hätte, können wir nicht feststellen.

Ein Spaziergang durch den Ort unserer Kindheit … vieles erkennen wir nicht mehr, aber die alte Stammkneipe existiert mit neuen Besitzern unter altem Namen wieder. Eine unsägliche Einkaufspassage hat den Charme der Innenstadt wie ein Krake gefressen. Vom unvermeidlichen Parkhaus aus müssen wir sie durchqueren, um an den Treffpunkt zu kommen. Prompt gehen wir in dieser überall gleich aussehenden Unübersichtlichkeit in die falsche Richtung zum falschen Ausgang.

Mit meiner ältesten Freundin gehe ich zum Essen in ein Lokal, in dem wir uns vor fast 50 Jahren schon mal zum Kaffee an ihrem Geburtstag getroffen hatten. Wir wollten uns mit unserem gesparten Taschengeld etwas Besonderes gönnen und kamen uns damals recht erwachen und damenhaft vor. Heute haben wir so viel Gesprächsstoff, dass uns die Bedienung sanft auf die Mittagspause hinweisen muss …

Auf der Rückfahrt empfinde ich tiefe Dankbarkeit für diese Freundschaften, die nicht einfach aus nostalgischem Erinnerungsschwelgen bestehen, sondern die die Jahrzehnte überdauerten und teilweise sogar intensiver wurden.

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23. Juli 2012 at 11:15 Hinterlasse einen Kommentar

Freitag der 13.- gar nicht schlimm!

Viele scheinen heute immer noch das zu fürchten, was Reinhard Mey 1969 in seinem Song „Ankomme Freitag den Dreizehnten“ beschrieb (Sie finden den Song auf youtube). Aber wirklich ernsthaft fürchten? Nein, das Thema ist eher so ein Plauschthema wie das Wetter.

Auch wenn ich wirklich an Symbolen und Symbolik interessiert bin – bei Freitag dem Dreizehnten halte ich es eher mit dem Kulturwissenschaftler Prof. Dr.  Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg (früher Bonn). Er kam schon im Jahre 2002  zu dem Schluss, dass Freitag der Dreizehnte als Unglückstag eher eine Konstruktion ist als Realität:

„… für die heutige weite Verbreitung tragen die Medien einen Großteil der Verantwortung. Dabei muss aber bedacht werden, dass die Medien zwar Meinungen bilden, aber auch Meinungen und Bedürfnisse reflektieren – wo traditionelle Eckpunkte wegfallen und Kirchenjahr und Erntebeginn an Bedeutung einbüßen, da erfinden wir neue Termine, weil unsere biologischen und kulturellen Uhren einen Taktgeber brauchen. Deshalb steht Freitag der 13. in einer Reihe mit neuen Kunst-Terminen wie Muttertag oder Halloween . Mit einem Unterschied allerdings: Der Umgang mit diesem Termin ist nicht nur diffus, er ist vor allem auch individuell.
Es gibt keine gemeinschaftlich ausgeübten Verhaltensweisen; es ist nicht zur Ausbildung
eines Brauchtums gekommen, und deshalb ist die Zukunft des 13. Freitags auch ungewiss.
Als Ergebnis bleibt die beruhigende Erkenntnis, dass die Furcht vor Freitag dem 13. profane Gründe hat, dass es sich also nicht um einen Unglückstag handelt. Und für die wissenschaftliche Volkskunde ist er sogar ein Glückstag, weil er zeigt, dass Medien und Gesellschaft den volkskulturellen Events einen hohen Stellenwert einräumen, unser Fach also gefragt ist.

( Gunther Hirschfelder ,“Freitag der 13. – ein Unglückstag?“ SKEPTIKER · 15 · 1/02)

Wenn Sie den ganzen – sehr empfehlenswerten – Artikel lesen möchten, Sie finden ihn  hier:

http://www.gwup.org/images/stories/pdf/skeptiker/vor%202008/freitag13.pdf

(ach ja – die Katze von vorn ist eine sehr nette Katze, die ich mag!)

13. Juli 2012 at 13:29 Hinterlasse einen Kommentar

Frauenfrühstück Bad Essen: Spaziergang durch das Leben

Ann Bruns, die Frauenbeauftragte von Bad Essen, organisiert jeden Monat ein Frauenfrühstück, zu dem sie Referentinnen einlädt. Am Donnerstag 19. Juli werde ich dort zum Thema „Erinnerungen – Spaziergang durch das Leben“ sprechen.

Erinnerungen sind wesentlicher Teil unserer individuellen Identität und wesentlicher Teil der Familiengeschichte. Die eigenen Wurzeln zu kennen wird für viele Menschen immer wichtiger, die Ahenforschung boomt, und viele möchten gern ihre eigenen Erinnerungen für die Kinder und Enkel festhalten. Nur wo soll man anfangen?

Ich habe in meinem Buch „Spaziergang durch das Leben“ eine Sammlung von Anregungen und Fragen zusammengestellt, die die Erinnerung hervorlocken.

Bei dem Frauenfrühstück können Sie in Ihren eigenen Erinnerungen schwelgen und sich mit anderen darüber austauschen und Anregungen mit nach Hause nehmen, wie Sie selbst noch mehr über Ihre Wurzeln erfahren können – oder aber wie Sie Familiengeschichte für Ihre Kinder und Enkel bewahren können.

Ort: Torhauscafe Bad Essen, Lindenstraße

Zeit: Donnerstag, 19. Juli 2012, 9 bis 11 Uhr

Anmeldung: Torhauscafe 05472-7681 oder Ann Bruns: 05472-7681

12. Juli 2012 at 18:32 Hinterlasse einen Kommentar

Kleinkunst im Brockhauser Kotten

Am Samstag 14. Juli um 20 Uhr findet im Brockhauser Kotten ein Konzert des Musikerpaares Susanne Reerink und Martin Rumprecht, die unter dem Namen „Duo Hora“ auftreten, statt. Chansons von Kändler, Hollaender u.a.. Jiddische Lieder, Akkordeon und Geige, Gitarre und Gesang und unterschiedlichste Texte bilden ein spannendes Programm.

Hartwig Ventker, der sich in vieler Hinsicht um das musikalische Leben von Bad Essen verdient macht, hat diese Initiative ergriffen, um dem historischen Kotten an diesem Wochenende wieder Leben einzuhauchen.

Quelle: http://www.duo-hora.de/

Hier lesen Sie die ausführliche Ankündigung:

Brockhauser Kotten – Duo Hora

Wenn Sie noch mehr über das vielseitige Programm des Duo Hora erfahren wollen, hier ist die Website : http://www.duo-hora.de/

12. Juli 2012 at 18:17 Hinterlasse einen Kommentar

Mein neuer Newsletter ist da

Mein Newsletter erscheint als pdf-Datei. So können sie ihn auf USB-Stick oder Smartphone abspeichern und auch unterwegs lesen. Hier können Sie ihn abonnieren

3. Juli 2012 at 14:11 Hinterlasse einen Kommentar

Das ist gelungen!

In dieser Woche liegt mehreren überregionalen Zeitungen wieder die Monatszeitschrift „Chrismon“ bei, die von der evangelischen Kirche herausgegeben wird. Ich finde sie fast immer lesenswert, und diese Ausgabe ganz besonders: Da wird ausführlich über einen sehr gelungenen Richtungswechsel einer Frau berichtet, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Leben neu ausrichtete – beruflich und örtlich. Sie sagt jetzt:

„Ich tue zum ersten Mal in meinem Leben etwas, das ich wirklich will …Ich habe so wenig Geld wie noch nie, arbeite so viel wie noch nie, bin glücklich wie nie.“

Was sie macht? Der Artikel heißt „Ich koche für Euch“!

Lesen Sie ihn hier online auf der Chrismon – Seite!

Ein weiterer Artikel (ein Gespräch) heißt „Arbeiten bis zum Umfallen oder bis zur Mittagspause?“

Lesen Sie den Artikel hier

Und dann wünsche ich Ihnen, dass Sie diesen sonnigen Nachmittag bald genießen können!

3. Juli 2012 at 14:07 Hinterlasse einen Kommentar


Richtungswechsel Ebook und Taschenbuch

Tagebuch

Zufall/ Synchronizität

Das kann doch kein Zufall sein - als Taschenbuch und jetzt als Ebook

Spaziergang als Ebook

Schreiben Sie Ihre Biografie oder interviewen Sie Ihre Verwandten!

Spaziergang als TaBu

Auch ein schönes Geschenk!
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