Optimismus hilft dann doch nicht immer …

3. Juni 2013 at 11:10 Hinterlasse einen Kommentar

Also, mein letzter Blog-Beitrag kann nicht so unkommentiert stehenblieben, wenn mittlerweile fast ganz Süddeutschland im Wasser versinkt. Nein, das ist nicht mehr lustig, und Optimismus hilft nicht wirklich.
Ich habe Überschwemmungen erlebt, ich lebte lange an der Ems, am Neckar, am Kocher und an der Jagst. Ich erinnere mich an Erzählungen meiner Mutter, wie der Marktplatz in Lingen kurz nach dem Krieg unter Wasser stand. Ich erinnere mich, wie mein Vater in meiner Kindheit nachts mit allen Männern des Dorfes zum Sandsäcke-Schleppen abkommandiert wurde.
Am Kocher lebten wir in den achtziger Jahren in der Nähe der Kocher-Auen und verstanden, warum früher neben den Flüssen ein breiter Streifen nicht bebaut wurde. Dass ein kleiner Fluss so einen riesigen See bilden konnte!
Später wunderten wir uns, dass mittlerweile genau im Überschwemmungsgebiet eine neue Siedlung entstand. Ich brauche nicht viel Phantasie, um mir vorzustellen, wie es jetzt dort aussieht.
Das schlimmste Hochwasser erlebte ich im Dezember 1993, als unser damaliger Wohnort Möckmühl und die angrenzenden Orte unter Wasser standen. Der Zusammenfluss von Jagst und Seckach hatte ein riesiges Gebiet überflutet.
Ich versorgte über Feldwege vom Berg aus eine Freundin, die mit einem Säugling eingeschlossen war, mit Essen und Kerzen (der Strom war natürlich auch ausgefallen, und die meisten Straßen waren gesperrt). Sie wollte aber zu Hause bleiben. Das war noch vor den Zeiten des Handies, ihr Mann war im Ausland auf Reisen, und er hätte sich große Sorgen gemacht, wenn er zu Hause anriefe und sie sei nicht da. (Damals funktionierten die schlichten Telefonleitungen noch ohne Stromzufuhr. Nicht alles, was wir seitdem an technischem Fortschritt haben, ist hilfreich …heute mit Internet- Telefonie und Telefon-Anlagen wird in den Überschwemmungsgebieten auch kaum noch ein Telefon funktionieren)
Später nach dem Abfluss des Wassers half ich beim Aufräumen. Bis dahin war mir nicht klar, dass es nicht nur die Nässe ist, die die Folgen eines Hochwassers so unerträglich macht. Es ist der unsägliche Dreck, der puderfeine Schlammsand, der sich in alle Ritzen setzt und wiederum nur mit Unmengen von Wasser wegzuspülen ist. Und dann folgt der Papierkrieg mit den Versicherungen, die bei wiederholtem Hochwasser Bedingungen stellen.
Meine Gedanken gehen an die vielen, die durch Hochwasser betroffen sind.

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