„Skandalöse Entscheidung“ im Fall Gustl Mollath

13. Juni 2013 at 12:25 2 Kommentare

„Skandalöse Entscheidung“, so titelt die Süddeutsche Zeitung ihren heutigen Kommentar im Fall des seit Jahren in der Psychiatrie festsitzenden Gustl Mollath. Ich habe jahrelang als Psychotherapeutin gearbeitet, habe eine Diplomarbeit über psychiatrische Krankenhäuser  geschrieben, und seitdem ist einiges in der Psychiatrie-Reform passiert. Die bayrischen Psychiatie- und Jusitzmühlen sind aber im Fall Mollath gelinde gesagt merkwürdig gelaufen.  Zur aktuellen Situation krass gefragt: Wegen seiner eigenen psychischen Belastung sieht sich der Gutachter  nicht imstande, ein neues Gutachten zu erstellen? Gibt es keine anderen Gutachter, wenn der eine ausfällt?

Die „Zirkelschlüsse“, aufgrund deren Gustl Mollath in der Psychiatrie bleiben muss, erinnern mich an die berühmte „Rosenhan Studie“, bei der psychisch gesunde Menschen sich freiwillig in die Psychiatrie einweisen ließen und sich fortan dort normal und kooperativ zeigten. (Titel der Studie: „On being sane in insane places“ ). Ist man einmal drin, wird alles, was man sagt und tut, mit der Brille „psychisch krank“ gesehen, klassische Merkmale der Self-Fulfilling Pophecy können sich einstellen. Unter diesen schwierigen Bedingungen spricht es sehr für die erstaunliche psychische Stabilität von Gustl Mollath, wie er sich dem Untersuchungsausschuss und den Medien präsentieren konnte.

Ich kenne ihn nicht persönlich und kann nicht über die Taten urteilen, die ihm vorgeworfen werden. Aber dass hier einem Menschen Unrecht geschieht, wird deutlich, wenn man die Informationen ansieht, die engagierte Journalisten und ein Unterstützerkreis zusammengetragen haben.

Wenn Sie sich engagieren möchten, können Sie das hier tun oder hier .

Bitte teilen sie das Link zu diesem Artikel oder die hier genannten Links mit möglichst vielen Menschen.

Ich will einfach die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir in einem Rechtsstaat wohnen.

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