Krankenhaus und Dankbarkeit

19. November 2013 at 19:07 Hinterlasse einen Kommentar

… merkwürdige Zusammenstellung, finden Sie? Als ich gestern aus einer kurzen Vollnarkose aufwachte, war genau das mein Gefühl: Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, in einem Land zu leben, in dem unsere medizinische Versorgung so hervorragend ist.

Ich hatte mir im letzten Jahr ein Handgelenk gebrochen. Mehrmals und recht kompliziert. Die Brüche wurden mit Platte und Schrauben fixiert, und so konnte alles gut zusammenwachsen. Jetzt mussten die metallenen Stützen raus. Wieder eine Operation. Und wieder in meinem Lieblings-Krankenhaus, falls es so etwas überhaupt gibt: Das St. Raphaels-Krankenhaus in Ostercappeln. Eine hervorragende Chirurgie, motivierte Mitarbeiter, freundliche Atmosphäre. Das habe ich über etliche Jahre mehrmals selbst erlebt und auch bei Besuchen von Angehörigen erfahren. Hier also ein dickes Lob und Dankeschön an alle, die dort arbeiten!

Nüchtern früh morgens zur ambulanten OP, aufwachen in einem frisch bezogenen Bett, die Schwester fragt, ob ich einen Tee und ein paar Kekse mag, aufstehen soll ich noch nicht, bis der Kreislauf wieder stabil ist. Ein schönes helles Zimmer, Blick aus dem Fenster – und Gedanken an die vielen Menschen auf den Philippinen und in Kriegsgebieten, deren Knochenbrüche ohne medizinische Hilfe schief zusammenwachsen, die keine Vollnarkose und keine Schmerztabletten haben. Die kein sauberes Bett und keine noch so minimale medizinsche Versorgung erleben.

Eine meiner Großmütter starb in einem Flüchtlingslager, mit 47 Jahren. Die Menschen dort lebten in Zelten auf dem nackten Lehmboden. Heute hätte man ihr helfen können, in heutigen Lebensumständen hätte sie ihre Kinder nicht so früh allein lassen müssen.

Im Januar 2014 wird übrigens ein OP-Team um Dr. Martin Gerdes aus Ostercappeln nach Burkina Faso in Westafrika reisen, um dort Patienten einige Wochen lang kostenlos zu operieren, die sich eine notwendige OP nicht leisten können und z.B. an einem Leistenbruch sterben.

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen wollen, finden Sie hier mehr Informationen.

Ja, auch wenn krank sein Niemandes Lieblingsbeschäftigung ist – wir können gerade, wenn wir krank sind, sehr dankbar sein, hier in Deutschland zu leben. Trotz aller Kritik, die oftmals sicher berechtigt ist. Ich habe es ja auch schon anders erlebt, aber gerade deshalb registriere ich das Positive hier. Und:

Jetzt bin ich ein paar Gramm leichter 😉

Schrauben und Platte

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