Vehikel der Erinnerung

7. November 2014 at 15:11

Vor einigen Tagen hatte ich Besuch von einem alten Freund, der für alte Autos schwärmt. Natürlich zeigte ich ihm das Automuseum Melle. Das fand ich selbst spannend, unter anderem war es wie ein ‪Spaziergang‬ durch die eigene ‪Biografie‬ anhand von Autos.
Was mich besonders beeindruckte, war die Tatsache, dass es schon vor 100 Jahren ausgereifte Elektro-Autos gab. Eines davon kennen Sie bestimmt alle aus der Kindheit: Es wurde von Oma Duck gefahren!

Oma Duck 1 Oma Duck 2 Oma Duck 3 Oma Duck 4

 

Autos sind so sehr mit bestimmten Lebensphasen verbunden wie kaum andere Dinge, die uns im Leben begleiten. Eines meiner unvergessenen Schätzchen war ein alter VW Käfer, den ich 1976 als Studentin für 500 Dollar in Berkeley/Cal. kaufte. Ich hatte keine Ahnung von Autos, aber man konnte damals in einer wunderbaren Werkstatt den Zustand eines Gebrauchtwagens prüfen lassen, bevor man sich zum Kauf entschloss. Die hieß „Beetleburg“, geleitet von einem Deutschen. Er gab sein Okay, und fortan fuhr ich mit einem häßlichen grauen VW durch die Gegend. Anfangs hatte er nicht mal einen Sicherheitsgurt. Ich kaufte dann einen Beckengurt in einem Eisenwarengeschäft und brachte ihn selbst an. (Sicherheitsfantiker weggucken!). Der Tacho funktionierte auch nicht. Da schon damals dort Geschwindigkeitsbegrenzungen scharf kontrolliert wurden, orientierte ich mich an den anderen Fahrern. Und schaffte es ganz ohne Knöllchen! Tja, und da so ein graugeflecktes Gürkchen nicht zu meinem bunten Lebensgefühl passte, kaufte ich auch einen großen Topf gelber Farbe und ein Pinsel-Sortiment, und fortan strahlte mein Auto mit der Sonne um die Wette. Ein Jahr später war dann ein anderer Student glücklich, für nur 500 Dollar einen fahrbaren Untersatz zu bekommen . Und ich mutierte, zurück in Deutschland, zum Verkehrshindernis, weil mir die amerikanische Höchstgeschwindigkeit in Fleisch und Blut übergegangen war.

VW1

 

 

 

 

 

 

 

VW2

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe im Automuseum auch mein früheres Lieblingsauto wiedergesehen, den Renault R4, den mit der merkwürdigen Schaltung. So ein patentes Auto! Ich konnte allein die Zündkerzen und Keilriemen wechseln, konnte allein die Rückbank ausbauen und dann einen Schrank im Wagen transportieren, auch ein komplettes Fahrrrad passte auf Reisen hinten rein. Und mit Schaumstoffpolstern konnte man für Zwischenübernachtungen auf dem Weg nach Süden wunderbar ein großes Bett bauen. Kaum zu glauben bei diesem Zwerg – im Vergleich zu heutigen Autos ja wirklich eine Miniaturausgabe von Auto. Na gut, er rostete leicht, aber das tat der Liebe keinen Abbruch. Der TÜV beendete dann vor vielen Jahren diese Beziehung.

Renault R4

Jedes Auto, das man fährt (oder das die Eltern in der eigenen Kindheit gefahren haben), steht für das Lebensgefühl einer bestimmten Zeit in der Biografie. In meinem Buch „Spaziergang durch das Leben“ habe ich diesem Vehikel der Erinnerung auch ein Kapitel gewidmet.Übrigens, der putzige kleine Lloyd auf dem Foto im Buch hörte auf den Namen „Emma“ ;-). Hier können Sie den Text lesen.

Hier finden Sie das Taschenbuch

Hier finden Sie das Ebook

Spaziergang Autos

 

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