Sauerteig macht fröhlich

11. März 2015 at 19:21

Es gibt ein Leben außerhalb von Schreibtisch und Praxis, und das pflege ich intensiv. Seit einigen Tagen lebt ein neues Lebewesen neben mir, von meiner lieben Kollegin Petra van Cronenburg in ihrem Blog „Grenzgängereien“ auch „Sauerteigtier“ genannt. In ihrem Blog beschrieb sie ausführlich ihre Versuche, dieses zu züchten. Das machte mich neugierig, backe ich doch schon seit Jugendzeiten und probiere gern Neues aus. Ich folgte also ihrem Hinweis auf das Blog der Deutschen Karin Anderson, die in den USA lebt und das pappige Weißbrot in den USA satt hatte. Sie experimentierte mit Sauerteig – und dieses Rezept probierte ich aus.

Die Grundsubstanz für den ganzen Sauerteig besteht aus

2 Tassen Weizen-, Roggen-, oder Dinkelmehl
1 Tasse lauwarmes Wasser (auf keinen Fall über 40 Grad)

Einfach, oder?

Für den Start nahm ich 1 Tasse fein gemahlenes Dinkelmehr und 1/2 Tasse lauwarmes Wasser, bedeckte die Schüssel mit einem frisch gebügelten Geschirrtuch (um „falsche“ Bakterien abzuhalten) und ging Schritt für Schritt nach dem Vorbild vor.

So sah dann nach drei Tagen das Ergebnis aus:

Sauerteig

Es blubberte und duftete aufs Allerfeinste.

Ich fügte dann die zweite Tasse Dinkelmehl hinzu  und verrührte das Ganze mit einer weiteren halben Tasse lauwarmen Wasser. Ich deckte die Schüssel wieder zu, stellte sie für ein paar Stunden auf die Heizung und dann wieder in die Küche und wartete noch 2 Tage. (Wärme ist zwar gut, aber nicht zu viel davon)

Und ich wurde mit einem lecker duftenden lockeren Sauerteig belohnt. Irgendetwas muss ich richtig gemacht haben, denn ich las auch von stinkigen mißratenen Sauerteig-Ansätzen.

Auf der Suche nach einem passenden Brot- Rezept entdeckte ich mehrere, die mir gefielen, und die kombinierte ich dann ganz mutig. Mein Rezept sah schließlich  so aus:

250 Gramm Dinkelmehl fein ausgemahlen

200 Gramm Weizenmehl fein ausgemahlen

150 Gramm zarte Haferflocken

2 gestr. Teel. Salz (wer es würziger mag, nimmt 2,5)

1 Teel. Zucker

200 ml lauwarmes Wasser und 100 ml lauwarme Milch (oder 300 ml Wasser)

Wenn der Sauerteig noch ganz neu ist, sollte man 5 Gramm frische Hefe hinzufügen (Das ist ein Krümelchen. Falls nur Trockenhefe im Haus ist, würde ich davon eine winzige Löffelspitze voll nehmen).

Bei diesem Rezept bleiben mehrere Esslöffel voll Sauerteig übrig. Den habe ich in einer großen Plastikdose in den Kühlschrank gestellt. Angeblich hält er sich dort einige Tage.

——

Lauwarmes Wasser/Milch und Hefe verrühren. Trockene Zutaten in eine große Schüssel, Hefewassermilch  hinzufügen und kneten. Der Teig sollte noch etwas klebrig sein.

Schüssel abgedeckt 60 bis 80 Minuten warm stellen und Teig gehen lassen.

Dann nochmals kurz kneten und in eine gebutterte und gemehlte Brot-Kastenbackform geben. Mit einem scharfen Messer schräge Einschnitte machen, ca. 1 cm tief. Das hilft dem Teig beim Gehen. (Ich war nicht mutig genug, meine Einschnitte waren zu flach)

Nochmal ca. 50 Minuten in der Form gehen lassen. 15 Minuten vor Ende der Gehzeit den Backofen vorheizen auf 200 Grad Ober-Unterhitze.

Form hineingeben, nach ungefähr 10 Minuten runterschalten auf 180 Grad. Uhr stellen und noch ungefähr 40 Minuten backen. (Die letzten Minuten gut beobachten, Backzeit kann kürzer oder länger sein. )

Ich habe auch noch eine Metallschüssel mit kochendem Wasser auf den Boden des Backofens gestellt. (Ich las irgendwo, das solle gut für die Kruste sein)

So sah das fertige Brot aus:

Brot m.W.(Klick auf das Bild zum Vergrößern)

Es hat eine lockere und doch feste Krume, schmeckt auch am zweiten Tag noch gut, am dritten aber besser, wenn man es toastet. Ich habe die Hälfte eingefroren, denn zu zweit produziert man sonst doch zu viel altbackenes Brot.

Jetzt bin ich gespannt auf das nächste Brot. Angeblich sollen die Brote ja mit jedem neuen Sauerteig-Ansatz besser werden.

Der Teig war übrigens eine Wonne zum Kneten. Dass Hände und Schüsseln und Brett sauber sein müssen, ist natürlich klar 😉 . Geduld und Gelassenheit sind auch eine gute Zutat.

Die Küchenregel eines alten Freundes, dessen Mutter Italienerin war, gilt beim Arbeiten mit Sauerteig nicht: „In jedem Teig geben Schweißtropfen von der Stirn der Mamma erst die richtige Würze.“

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