Archive for 10. Juni 2017

Hunde bei Hitze im Auto

Man kann es nicht oft genug sagen, und deshalb hole ich diesen Artikel aus früheren Jahren wieder nach oben.

Ein Thema, das mir sehr wichtig ist, weil wir selbst fast 30 Jahre einen Hund hatten :

Bei diesen Temperaturen nehmen doch tatsächlich unvernünftige Menschen noch ihren Hund zum Einkaufen mit. „Ich bin ja gleich zurück“, denken sie. Und treffen noch Bekannte im Supermarkt, stehen lange an der Kasse – und der arme Hund kocht. Der Tierverband Tasso (da, wo man auch seine Haustiere registrieren lassen kann) hat eine Aktion gestartet: „Hund im Backofen“. Sie können bei Tasso kostenlos Karten und Plakate bestellen, mit denen Sie auf das Problem aufmerksam machen können. Ich habe jetzt immer welche dabei, die ich unvernünftigen Menschen an die Windschutzscheibe stecke.

Im Zweifelsfall würde ich auch die Polizei rufen. Lesen Sie dazu den folgenden Artikel, den ich vor ein paar Jahren für unsere Lokalzeitung schrieb:

„Hunde bei Hitze im Auto lassen ist Tierquälerei Notfalls sollte sogar die Polizei gerufen werden (mar)

Auch in diesem Sommer kam es in Deutschland schon zu einigen Todesfällen, weil Hundebesitzer ihr Tier im Auto gelassen haben. Die Auswirkung der Hitze auf Tiere wird leider zu oft unterschätzt. Bad Essen, im Juli: Vor einem Geschäft parkt ein PKW Kombi. Der vordere Teil des Wagens steht im Schatten, der hintere in praller Sonne. Auf dem Rücksitz ist ein Kindersitz, er ist leer. Die Mutter war fürsorglich genug, um ihr kleines Kind beim Einkauf mitzunehmen. Im Kofferraum des Kombis, der durch drei Scheiben Sonne und Wärme bekommt, ist ein Hund zu sehen, der verzweifelt Schatten sucht und keinen findet. Alle Fenster sind verschlossen. Vermutlich hat die Fahrerin es sogar gut gemeint und gedacht, sie parke ihr Auto im Schatten. Dabei hat sie übersehen, dass die Sonne wandert und in kürzester Zeit den Innenraum ihres Wagens auf 60 bis 70 Grad aufheizt. Passanten decken die Scheiben mit einer Decke ab, die jemand aus seinem Auto holt. Was können sie sonst noch tun? Kriminalhauptkommissar F.  rät: Passanten sollten sich im Notfall nicht scheuen, aktiv zu werden. Als erstes sollte der Typ des Wagens, die Farbe und das Kennzeichen notiert werden und in den umliegenden Geschäften ausgerufen werden. Wenn sich innerhalb einiger Minuten der Fahrer nicht meldet, sollte sich niemand scheuen, umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 anzurufen. Die Polizei wird dann, falls der Fahrer oder die Fahrerin immer noch nicht gefunden wurde, notfalls sogar die Scheibe des Wagens einschlagen, um den Hund zu retten. Das sollte allerdings ein Passant auf eigene Faust möglichst nicht tun. Die Polizei wird dann nach unmittelbarer Hilfe für das Tier den Halter feststellen und je nach Sachlage eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz einleiten. Einen Hund bei großer Hitze in einem verschlossenen Auto zu lassen kann eine Straftat sein – ob manche Hundebesitzer daran überhaupt denken? Auch leicht geöffnete Scheiben können bei den hohen sommerlichen Temperaturen nicht verhindern, dass sich das Wageninnere aufheizt. Würde man sein Kind einer solchen Qual aussetzen? Wohl kaum. Wolfgang K. vom Tierheim Osnabrück sagt: “ Einen Hund im Auto zu lassen ist genauso, als wenn man ein Baby im Auto lässt“. Ein Hund ist nicht nur genauso hilflos, er leidet qualvoll bis hin zu einem Hitzschlag, der Hirnschäden oder den Tod verursachen kann. Erste Hilfe in einem solchen Fall: Wenn der Hund aus dem Auto gerettet wurde, bringen Sie ihn sofort in den Schatten und rufen Sie einen Tierarzt. Senken Sie allmählich die Körpertemperatur, indem Sie Trinkwasser anbieten, ein kaltes Handtuch oder einen Eisbeutel auf Kopf, Hals und Brustkorb legen. Tierschutzverbände geben für den Sommer folgende Ratschläge:

Lassen Sie Ihren Hund an heißen Tagen im Haus. Falls er draußen bleiben muss, vermeiden Sie die heißeste Tageszeit. Sorgen Sie für Schatten und Wasser.

Achten Sie auf angekettete Hunde. Gehen Sie sicher, dass sie Futter, Wasser und Schatten haben. Falls Sie einen Hund in Not sehen, werden Sie aktiv. Geben Sie dem Hund sofort Wasser als Erleichterung.

Lassen Sie niemals einen Hund (und nat+ürlich auch kein Kind!!!) in einem geparkten Auto zurück.

Falls Sie einen Hund in einem in der Hitze geparkten Auto sehen, notieren Sie sich Farbe, Modell, Marke und Kennzeichen des Autos. Lassen Sie den Halter im Geschäft ausrufen und kontaktieren Sie notfalls die Polizei.

Wenn Sie Ihren Hund unbedingt mitnehmen müssen: Transportieren Sie ihn nicht auf der Ladefläche eines Kombi, sondern besser auf dem Rücksitz. Decken Sie die Seitenscheiben ab, so wie Sie es bei Ihren Kindern tun würden. Transportieren Sie im Sommer Ihren Hund auch auf kurzen Strecken nicht in einer Metallbox. Diese kann sich gefährlich aufheizen.

Parken im Schatten reicht nicht aus, da die Sonne wandert. Auch Parkhäuser können gefährlich sein, da sich im Sommer in ihnen die Temperatur aufheizt. Wie sehr, sehen Sie hier (Quelle: Feuerwehr Erftkreis):

Wenn Sie Ihren Hund dabei haben müssen und nur eben anhalten, um einen Brief einzuwerfen: Immer die Scheiben auf beiden Seiten mindestens 10 cm öffnen. Wenn Sie Bekannte treffen, denken Sie daran: Schon 10 Minuten in einem heißen Auto sind lebensgefährlich für Ihren Hund! Nehmen Sie ihn notfalls besser an der Leine mit. Deponieren Sie im Auto einen Wassernapf und nehmen Sie immer Wasser in einer Plastikflasche mit. Vor allem: Zeigen Sie Zivilcourage! Noch einmal Kriminalhauptkommissar F. : „Weggucken bringt nichts. Wir sind darauf angewiesen, dass wir aufmerksam gemacht werden. Die Augen offen halten und auch den Mut haben anzurufen, ist wichtig, damit wir auch helfen können“.

10. Juni 2017 at 14:31 2 Kommentare


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