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Schnellstraße, Cittaslow und Terra Vita

Bad Essen, dieser wunderschöne Ort mit seiner wunderschönen Landschaft, ist seit vielen Jahren unsere Heimat geworden, in der wir sehr gerne leben. Gerade wurde Bad Essen als „Cittaslow“ ausgezeichnet, und der Ort und die Landschaft ringsherum liegen im Naturpark Terra Vita.

Am Wochenende war wieder das erfolgreiche Gartenfestival auf Schloss Ippenburg, ein Touristen-Magnet und Markenzeichen für Bad Essen. Und dann wurde nun direkt vor diesem Wochenende bekannt, dass es Pläne gibt, mitten durch die wunderschöne Kulturlandschaft eine Schnellstraße zu bauen, die die beiden Wasserschlösser Hünnefeld und Ippenburg tangiert, der Häuser zum Opfer fallen, die Landwirte von ihren Feldern abschneidet etc.

Alles längst nicht „in trockenen Tüchern“ aus verwaltungsrechtlicher Sicht, „Planungsskizzen“ angeblich. Aber die Bevölkerung ist alarmiert. Zumal die Frist für eine Stellungnahme dem zuständigen Bundesministerium gegenüber heute abläuft. Sie läuft aber schon seit dem 17. März, und weder der Landkreis noch die Gemeinde haben die Bürger darüber informiert.

In diesem Zusammenhang finde ich es eine Ironie der Geschichte, dass heute in unserer Lokalzeitung drei Zeitungsartikel auf der Vorder- und Rückseite eines Blattes standen, sozusagen die Kehrseiten der Medaille:

Bad Essen Citta Slow 2. Mai 2016

Quelle Wittlager Kreisblatt, 02.05. 2016, Seite 11

Danke für die Erlaubnis zum Abdruck.

Ziele von Cittaslow (Auszüge aus dem Zeitungsartikel):

„Nachhaltige Umweltpolitik, charakteristische Struktur, Gastfreundschaft, Kultur und Traditionen bei Wahrung von regionalen Besonderheiten, typische Kulturlandschaft (Vielfalt von Flora und Fauna schützen), regionaltypische Produkte, regionale Märkte mit Föderung der Direktvermarktung und Wochenmärkte, Bewusstseinsbildung mit Förderung der regionalen Identität“. (Mehr über Cittaslow hier)

Tja, und dann blättert man die Seite um und findet diesen Artikel:

Trasse erhitzt die Gemüter.Artikel 2. Mai 2016

Quelle Wittlager Kreisblatt, 02.05. 2016, Seite 12

Danke für die Erlaubnis zum Abdruck.

Na, und dann fällt das erstaunte Auge auf den Artikel daneben, der einen Vortrag heute, 02. Mai um 20 Uhr ankündigt: Der Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Terra Vita, zu dem „Bad Essen, das Wiehengebirge und die angrenzende Gartenlandlandschaft gehören“ spricht über die Anerkennung der Region als „Unesco Global Geopark“.

TerraVitaQuelle Wittlager Kreisblatt, 02.05. 2016, Seite 12

Danke für die Erlaubnis zum Abdruck.

Mehr zum Unesco Global Park hier 

Mehr zu TerraVita hier

Ich denke mal, da findet sich genügend Stoff zum Nachdenken für die Gemeinde, den Landkreis und das Bundesministerium.

Da frage ich mich: Will man wirklich in diesem Umkreis eine Schnellstraße weiterplanen und das eigene Tafelsilber einschmelzen?

Die Bürger denken schon intensiv und haben sich in mehreren anliegenden Dörfern in beispielloser Weise am Wochenende miteinander vernetzt, um ihre Stellungnahmen abzugeben. Und auch wenn das angedachte Projekt „Ortsumgehung Wehrendorf“ heißt: Mit einer solchen Schnellstraße würde das verkehrsgebeutelte Wehrendorf erst recht in die Klammer genommen und würde nichts gewinnen, sondern noch mehr verlieren.

Wenn Sie sich im Detail informieren möchten:

Die überregionale Trassenführung sehen Sie hier:

http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B65-G10-NW-NI/B65-G10-NW-NI.html

Die Trassenführung, die die Bad Essener Gemeinden betrifft, sehen Sie hier:

http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B65-G10-NW-NI-T1-NI/B65-G10-NW-NI-T1-NI.html

Die Seite des Bundesministeriums, über die Sie noch heute Montag 2.Mai bis 23.59 Uhr Ihre Stellungnahme abgeben können, finden Sie hier:

http://www.bmvi.de/DE/VerkehrUndMobilitaet/Verkehrspolitik/Verkehrsinfrastruktur/Bundesverkehrswegeplan2030/StellungnahmeAbgeben/stellungnahme_node.html

Bitte unbedingt die Projektnummer angeben, die Sie auf der Karte finden!

Und wenn Ihnen diese herrliche Umgebung am Herzen liegt, motivieren Sie bitte heute noch möglichst viele Menschen, eine Stellungnahme abzugeben.

Spätestens Ihre Kinder und Enkel werden es Ihnen danken.

 

2. Mai 2016 at 12:02

Adventsbastelei: ein Türkranz

Ihnen geht der ganze Weihnachtskitsch, der schon im September anfing, auf die Nerven? Diese ganze Kommerzialisierung der Weihnachtszeit ist Ihnen ein Greuel? Und aus Protest haben Sie bislang keinerlei Advents- oder Weihnachtsdeko in der Wohnung? Oder sind Sie bislang vor lauter Streß nicht dazu gekommen und finden es jetzt doch etwas trüb?

Da habe ich einen kleinen Tipp für einen schnell gemachten Adventsschmuck, der mit wenigen alltäglichen Zutaten auskommt:

  • ein Draht-Kleiderbügel (wie man ihn von der Reinigung bekommt)
  • etwas Zeitungspapier
  • verschiedene immergrüne Zweige
  • Blumendraht (oder dünnes Garn)
  • Schmuckband (oder rote/ bunte Wolle)

Wo solllen Sie denn heute am Sonntag die grünen Zweige herbekommen, wenn Sie keinen Garten haben? Wie wär´s mit einem Spaziergang im Wald? Oder einem spontanen Besuch bei Freunden, die einen Garten haben, mit der Bitte, ein paar grüne Zeige schneiden zu dürfen? Oder Sie warten eben bis morgen und holen sich einige Zweige aus einem Blumengeschäft oder einer Gärtnerei.

Los geht´s:

1Kleiderbügel

Das Rohmaterial

2gebogenSie biegen den Kleiderbügel zum Herz (oder zum Kreis, wenn Sie das lieber mögen)

3PapierSie reißen Zeitungspapier in ca. 10 cm breite Streifen, knautschen diese und wickeln sie mit Blumendraht um das Gestell

4fertigSie wickeln die kleinen immergrünen Zweige in Büscheln mit Blumendraht so, dass imer ein Büschel die Enden des anderen überdeckt.

Dann den Haken oben mit Schmuckband oder Wolle umwickeln, evtl. mit Alleskleber etwas fixieren. Mit Hagebutten oder kleinen Kugeln oder was Sie sonst da haben, dekorieren. Zum Schluß noch eine Schleife, fertig.

Wenn Sie den Kranz außen am Haus anbringen, nehmen Sie in diesem stürmischen Dezember besser einen Haken. Innen tut es auch eine Reißzwecke oder eine Nadel von der Pinnwand.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen – und stehen Sie einfach dazu, dass Sie als erwachsener, stilsicherer und erfolgreicher Mensch Weihnachtskitsch ganz schön finden. Falls Sie noch mehr Ermutigung brauchen, lesen Sie doch einfach meine anderen Blog-Artikel, die ich unter dem Stichwort „Weihnachten“ geschrieben habe. (Klick)

6. Dezember 2015 at 15:23

Roland Jankowsky in Bad Essen

Roland wer? Oh, ich bin sicher, Sie kennen den. Vielleicht nicht unter seinem bürgerlichen Namen, aber ganz bestimmt in seiner aktuellen Paraderolle als Schauspieler: Overbeck. Welcher Overbeck? Nun, dieser Overbeck hat keinen Vornamen, er heißt einfach „Overbeck“ (so nennt ihn seine Chefin) oder „Kommissar Overbeck“. Sie wissen schon, der vermeintlich obercoole Typ aus dem Münster-Krimi „Wilsberg“, der mit seiner Sonnenbrille auf der Nase gerne in jedes Fettnäpfchen trampelt.

Eine andere, ebenso spannende und sehr unterhaltsame Rolle spielte Roland Jankowsky am 7. November in Bad Essen während der Bad Essener Literatur- und Musiktage (vormals Literakur).
Er las mehrere kriminelle Kurzgeschichten – doch vorher schaffte Matthias Ventker mit seinem atemberaubenden Medley mehrerer Krimi-Titelmelodien erst einmal die passende Stimmung. Stahlnetz, Tatort, der rosarote Panther und die Krimimimi sind im Raum, bevor Roland Jankowsky sie alle auf die Bühne bringt, die mehr oder minder erfolgreichen Helden des Mordens oder deren Opfer.

Ventker m.W.

Die schräge Frau Sägemüller aus Barbara Glasers Geschichte „Publikumsverkehr“, der „Capo di tutti i capi“ aus Angela Eßers „Bayrischen Henkersmahlzeiten“, der erfolglose Killer aus Ralf Kramps „Dumm gelaufen in Damme“, der vergeblich versucht, eine Leiche unter die Erde zu bringen, und viele andere.

Jankowsky 1 m.W.

Jankowsky 2 m.W.
Im ausverkauften Schafstall ist das Publikum Roland Jankowsky nahe genug, um jede Nuance seiner großartigen Stimme und gekonnten Mimik zu verfolgen, seine humorvollen Anspielungen provozieren viele Lacher, und so sind zweieinhalb Stunden schnell vorbei. Und die Musik von Matthias Ventker macht aus der Lesung eine wunderbare „Rhythm-and Crime“ – Soirée. Manch einer schaut erstaunt auf seine Armbanduhr: „Was, schon halb elf?“.
Mir hat der Abend so viel Vergnügen bereitet, dass ich mir hinterher eine von Jankowsky gesprochene Hörbuch CD gegönnt habe, natürlich mit netter Widmung des Schauspielers, der „in echt“ sehr viel charmanter ist als Overbeck.
Jedenfalls werde ich den schrägen Kommissar in Zukunft mit anderen Augen sehen. Der nächste Wilsberg-Krimi wird Ende November gezeigt.
Die Website von Roland Jankowsky finden Sie hier. Dort stehen auch die weiteren Lesungstermine.

Übrigens: Die Bilder im Hintergrund sind aus der Ausstellung „Spuren des Lichts“ von Viktoria und Slava Prischedko. Leider ist sie nur noch bis 8.November zu sehen. Die Website der Künstler, die in Trier leben, finden Sie hier.

8. November 2015 at 17:59

Mütter bei McDonalds

Manchmal staune ich einfach. Da denke ich, ich habe schon viel erlebt, und dann bin ich doch wieder überrascht. In meinem Weltbild redet man miteinander, wenn man gemeinsam am Tisch sitzt und isst. Okay, zu Hause mag beim Frühstück friedliches gemeinsames Zeitunglesen sehr gemütlich sein. Gemeinsam in ein Lokal gehen macht man aber eher nicht, um auf seinen kleinen Smartphone-Bildschirm zu starren statt sein Gegenüber zu beachten. Denke ich ganz naiv und interessiert an meiner Umgebung.
Sie ahnen es schon von der Überschrift: Andere denken anders.
Georg Lehmacher (Ich empfehle übrigens seine Bücher) schlug mal ironisch vor, für die, die Handygeblendet mit gesenktem Kopf durchs Leben laufen, ein kleines Fenster im Handy für die reale Umgebung einzubauen. Dann bräuchten die Handy-fixierten Leute nicht mal mehr den Kopf heben, wenn sie auf der Straße laufen.
Gute Idee! Dann würden manche Mütter bei Mc Donalds vielleicht auch bemerken, dass ihr Kind ihnen einsam gegenüber sitzt. Ich gehe zu Mc Donalds nur im Notfall, der sah neulich auf einer langen Fahrt über Landstraße so aus, dass ich dringend zur Toilette musste. Also fix im nächsten Ort zu McD, und dort nicht gratis die Toilette benutzen, sondern höflicherweise einen Kaffee konsumieren.
Und, obwohl ich ein wunderbares Smartphone mit allem Schnickschnack habe und allein dort saß, checkte ich nicht die Mails, kontrollierte nicht, ob auf Whatsapp eine neue Nachricht eingegangen war, las keines der Ebooks, die ich gespeichert habe. Nööö, ich habe mir einfach meine Umgebung angeguckt. Reales Leben kann ja auch gelegentlich ganz interessant sein.
Etliche Mütter mit Kindern. Tja, und Mama nebenan starrt in ihr Handy, Töchterlein langweilt sich. Oder: Mama schräg gegenüber ist ganz versunken ins Handy, schaut kurz auf und schickt Töchterlein zur Kinderecke, wo an Bildschirmen Computerspiele für Kinder sind. Auch als begeisterte und total vernetzte Techniknutzerin bin ich da entsetzt. Ausflug mit Kindern, null Kommunikation, fragwürdiges Essen …
Ach, ich glaub‘ , ich werd‘ alt. Auf jeden Fall zu alt für diese Umgebung, auch wenn die bei McD  die vorbildlichsten seniorengerechten Behindertentoiletten haben 😉 .

6. November 2015 at 14:51

Nachlese Historischer Markt in Bad Essen

Am letzten Wochenende fand wie jeden August der Historische Markt in Bad Essen statt. Für Bad Essener ein Muss. Drei Tage bummeln, Leute treffen, abends Musik hören und feiern. An den Ständen wird altes Handwerk gezeigt, und man kann nicht nur zusehen, sondern auch kaufen.

Bei dieser schicken Dame …

Handtücher

… erstanden wir dieses Geschirrtuch mit Sütterlin-Schrift: „Brot und Salz, Gott erhalt´s“

Geschirrtuch

Der Holzschuhmacher fertigte Holzschuhe in allen Größen. Als ich noch gut zu Fuß war, waren das meine Lieblings-Pantoffel im Winter. Nichts hält die Füße so gut warm! Jetzt nahm ich nur einen Mini-Schuh mit.

Holzschuhe1

Holzschuhe2

Müller Thomas mahlte Körner in mühsamer Handarbeit zu Mehl. Das wurde gleich am Stand verkauft.

Müller1

Müller2

Wollsocken wurden von dieser Dame in Schürze und Haube gestrickt und verkauft. Ein Paar Pippi-Langstrumpf-mäßige Ringelsocken wurden meine.

Socken

Alte Dreschmaschinen waren zu bewundern. Ich habe solche Ungetüme in meiner Kindheit noch erlebt, wenn wir Opa und seinen Helfern Butterbrote aus Roggenbrot und Pumpernickel mit Wurst und kalten Tee in einer alten Bierflasche (mit Plopp-Verschluss) aufs Feld brachten.

alte Ackergeräte

An den alten Treckern begeisterten sich vor allem Jungen. (Hier heißt das nicht „Traktor“ sondern „Trecker“. Trecken = Ziehen).

Trecker Unimog

Mit einer Postkutsche konnte man sich durch den Ort fahren lassen …

Postkutsche (1)

Postkutsche (2)

… dazwischen mal ausruhen (Die Stühle standen auch schon für den plattdeutschen Gottesdienst am Sonntag parat)

Ausruhen

… und die altmodischen Herzen, die es schon vor Jahrzehnten auf jeder Kirmes gab, grüßten den „kleinen süßen Käfer“ oder die „Sexy Maus“ (Ehem, ich glaube, das stand früher doch nicht so auf den Herzen 😉  )

Herzen

In der heutigen Tageszeitung lesen Sie einen ausführlichen Bericht (klick) .

Und hier gibt es einen netten kleinen Film zu sehen (Klick)

Falls Sie jetzt neugierig geworden sind: Im nächsten Jahr haben Sie Ihre Chance!

24. August 2015 at 13:20

Alltag und Erinnerungen

Wie banale Alltagstätigkeiten Erinnerungen triggern können, habe ich ja schon öfter beschrieben. Eine extrem banale Tätigkeit habe ich heute zu bieten: Das Fegen. Ja, richtig, ich mache nicht alles mit dem Staubsauger, sondern bei uns gibt es auch noch den schlichten Besen.

Als ich heute die Fliesen in der Küche fegte, fiel mir wie jedes Mal bei dieser banalen Tätigkeit der Satz ein »Bei uns ist es immer schmutzig. Dann fege ich die Küche aus«.
Dieses nicht ganz perfekte Satzgespann, das aber doch eine gewisse Logik hat, stammt aus einem meiner ersten Schulaufsätze in der Grundschule. Thema: »Wie ich meiner Mutter helfe«. Ich muss damals so sieben, acht Jahre alt gewesen sein.
Dieser Satz amüsierte meine Lehrerin so,dass sie ihn meinen Eltern erzählte, und dieser Satz ist nun seit über 50 Jahren ein „Familienerbe“. Ich höre ihn innerlich immer in der lachenden Stimme meiner Mutter.
Diese wunderbare kindliche Logik, zu erkären, WARUM man die Küche ausfegt, amüsiert mich selbst jedes Mal – klar, „bei uns ist es immer schmutzig“. Da wir ziemlich ländlich leben und viel draußen sind, dazu noch einen Hund mit haarigem Alles-Sammler-Fell haben, habe ich heute relativ oft Gelegenheit, mich daran zu erinnern 😉

Fegen m.W.

 

Und Sie? Welche Alltags-Tätigkeiten bringen bei Ihnen Erinnerungen hervor?

Einen schönen Buchtipp habe ich auch für Sie:

Douw Draaisma, Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird. Von den rätseln unserer Erinnerung. Piper TaBu 2006

 

23. August 2015 at 16:53

Immer wieder staunen …

Das hier war unsere Gemüseernte vor einigen Tagen:

Gemüse-Ernte mit Wasserzeichen

Tomaten, grüne und gelbe Zucchini, Mini-Auberginen, Blauhilde-Bohnen, die beim Kochen grün werden.

Auch wenn ich auf dem Lande aufgewachsen bin und auch wenn wir seit vielen Jahren einen Garten haben – ich kann immer noch und immer wieder wie ein kleines Kind staunen über die Wunder der Natur und den Pflanzen beim Wachsen zuschauen. In Zeiten, als ich weder Garten noch Balkon hatte, waren Zimmerpflanzen meine grünen Lebensgenossen. Und draußen spazierengehen und den Bäumen beim Wachsen zusehen kann man ja überall.

Komplimente für diese Erntepracht und die Arbeit, die natürlich auch damit verbunden ist, gebe ich übrigens gern an meinen Mann weiter  😉

20. August 2015 at 09:25

Der füge sich still in den Lauf der Welt, denn der Regen, der regnet jeglichen Tag

Jetzt scheint wieder alles normal, aber am Wochenende ertranken wir schier in den Regenfluten, und dauernd ertönten die Feuerwehrsirenen. Dieses Zitat kam mir da in den Sinn, aber ich wusste nicht, woher es stammt (ja, ich habe eben gegoogelt: es ist aus King Lear 😉  ). Wir kamen noch glimpflich davon, bei uns lief nur der Teich über, und einige Goldfische mussten gerettet werden. Die Schnecken erreichten die Salatpflanzen schwimmend, und vermutlich ertranken einige Mäuse in ihren Mauselöchern.

Viel schlimmer erwischte es einige, deren Häuser dicht am Hang des Wiehengebirges lagen: Ihre Keller wurden überflutet. Vor allem aber litten und leiden immer noch die Landwirte. Durch das wechselhafte Wetter der letzten Wochen konnte die Ernte nicht vollständig eingebracht werden. Bestand zwischen Gewittern und Regengüssen sonst immer noch die Hoffnung, das Getreide werde wieder trocknen, sieht es auf einigen Feldern jetzt traurig aus.

Als ich heute über Land in den Nachbarort fuhr, kam ich an randvoll gefüllten Gräben rechts und links der Straße vorbei. Nun gut, dafür sind ja die Gräben in einem ehemaligen Moorgebiet da. Aber dann sah ich Seen, die bei dem heute blauen Himmel Ferienstimmung vorgaukelten. Dabei verdecken sie die grausame Wahrheit: Die Ernte darunter ist beschädigt oder sogar verloren. Als ich hielt, um Fotos zu machen, traf ich einen Landwirt, der mir mit sorgenvoller Stimme erzählte, er suche nach Wegen, das Wasser zum Abfließen zu bringen. Aber die Gräben sind voll, der Boden ist zu nass für Bagger, die einen neuen Graben ziehen können, und der Abfluss in die Hunte scheint blockert zu sein. Das Wasser steht nun schon seit zwei Tagen unverändert dort.

Und eines der neuen riesigen Windräder hat nasse Füße. Da dachte ich sarkastisch : Ich bin zwar nur Laie, aber wie kann man ein Windrad in die Senke stellen?  Die Natur ist letztendlich die Gewinnerin, scheint mir, und wir müssen uns arrangieren und fügen.

Straße m.W.

Wasser 1 m.W.

Wasser 2 m.W.

Wasser 3 m.W.

Wasser 4 Windrad m.W.

20. August 2015 at 09:19

Sommerseminare im Schreibparadies

Anne Siegel, Journalistin u.a. beim WDR, auch erfolgreiche Buchautorin, plant eine Reihe von Schreibseminaren (Sommer-Schreibcamp) mit mehreren Autorinnen und Buch-Fachfrauen in einem wunderschönen Seminarhaus in der Nähe von Tecklenburg.

Es wird drei Seminare geben:

Talentschmiede 1: Non-Fiction, 7.-9. August 2015

Talentschmiede 2: Fit für die Buchmesse,  14.-16. September 2015

Biografien und Biografisches Schreiben, 11-13. August 2013

Ich werde beim Teil „Biografien und Biografisches Schreiben“ am 12. August dabei sein.

Aus der Ankündigung von Anne Siegel:

„Wahrscheinlich das einzige Schreibcamp Deutschlands, in das Ihr Euer Pferd mitbringen könnt!

Wir, ein Quartett mit langer Publikations- und Verlagserfahrung, eine Verlegerin, ein paar Bestsellerautorinnen, eine Psychologin und eine Lektorin und Herausgeberin, starten ab August ein SCHREIBPARADIES für all jene, die professioneller Schreiben und Publizieren lernen möchten:
Noch nie zuvor wurde mit Büchern so viel Geld verdient, wie heute.
Die Buchbranche brummt und doch herrscht insbesondere in Deutschland echte Verwirrung unter Neu-AutorInnen.
Wie stelle ich es richtig an, wenn ich mein Schreiben professionalisieren möchte? Verlag oder Selbstverlag? Agent oder nicht? Welcher Schreibtyp bin ich eigentlich und was bedeutet das für meine Professionalisierung?

Wir zeigen Euch in einem stilvollen Seminarhaus mit SLOW FOOD und viel Natur an verschiedenen Terminen im Tecklenburger Land wie die Buchbranche tickt, vor allem möchten wir Eure Wege in die eigene Publikation ebnen, vom Seminar für AnfängerInnen bis zu jenen, die sich von uns mit FIT FÜR DIE BUCHMESSE coachen lassen wollen!

Und was viele Neugierige interessieren dürfte: Wir publizieren direkt nach den Kursen gemeinsam ein erstes eBook.“

Alle inhaltlichen und organisatorischen Infos, Preise und Infos über die Dozentinnen Nicole Houwer-Joens, Anne Siegel, Annette Ahlborn und mich sind auf Annes Website zu finden:

http://www.annesiegel.de/www.AnneSiegel.de/KreativesSchreiben.html 

Und auch wenn Sie nicht selbst Interesse haben, kennen Sie vielleicht schreibbegeisterte Menschen, die das interessieren könnte. Dann leiten Sie bitte dieses Link weiter.

Das Tagungshaus liegt verkehrsgünstig in der Nähe von Tecklenburg/ Münster, ist von der A1 gut zu erreichen und ebenso vom Flughafen Münster-Osnabrück. Es wird einen Shuttle geben. Trotz der Nähe zum Flughafen ist es aber im Gasthof Prigge (Akdemie Talaue)  sehr ruhig und idyllisch. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.  Außerdem finden Sie dort hervorragendes frisches Essen, so dass neben intensiver Arbeit auch Erholung ihren Platz findet !

#Schreibakademie Talaue

13. Juli 2015 at 18:04

Lob des Alltags

Das wahre Leben findet ja nicht nur im Beruf, in wichtigen Sitzungen und gaaaanz wichtigen Terminen statt. Der banale Alltag ist ja mindestens so wichtig.  Auch wenn manches vielleicht nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist, auch bei Routine-Arbeiten kann es schöne Momente geben. Ich finde, beim Bügeln kann man wunderbar nachdenken, 50er-Jahre Schmonzetten mit Caterina Valente im Fernsehen anschauen, die man sonst gar nicht ertragen würde,  oder sich auch einfach an den Erinnerungen freuen, die mit manchen Bügelteilen verbunden sind.

Heute ist mein Haushaltstag. Muss auch mal wieder sein, und ich mache solche Arbeiten lieber, wenn ich dafür Zeit reserviere, statt mal eben husch husch irgendwie reingequetscht. Beim Bügeln habe ich mich über zwei Teile gefreut:
Erst einmal ein Deckchen aus dem Nachlass meiner Mutter. Sie hatte eine Blumenvase drauf stehen. Das Deckchen mit seinem feinen Spitzenrand habe ich ihr vor Jahrzehnten mal zum Muttertag gehäkelt. Jetzt liegt es frisch gestärkt auf meinem Nachttisch.
Und dann eine Schürze, die meine Tante Sefa mir vor Jahren schenkte. Sie war katholische Nonne und arbeitete in ihren aktiven Jahren im Speisezimmer des Klosters. Als Nonne hieß sie „Maria Hildelita“. Tante Sefa wusste, dass ich gern beim Kochen Schürzen trage, und sie brauchte mit über 80 ja nicht mehr arbeiten. Speisezimmer und Hildelita sind fein eingenäht im Bund der Schürze, von hunderten von Wäschen etwas verblichen, aber noch lesbar.
Und man beachte die sorgfältigen Abnäher, die der Schürze Sitz verleihen. In Zeiten, wo gekaufte Schürzen unförmige gerade Teile sind und wo Abnäher in Kleidung seltene Fossilien sind, rührt mich das fast. Einen meiner Nähkurse in Jugendjahren machte ich bei katholischen Nonnen, und dort lernte ich auch, Abnäher, Revers, Manschetten zu nähen und Reißverschlüsse einzunähen. Revers und Manschetten brauch ich heute eher weniger, aber das mit den Reißverschlüssen ist schon ganz praktisch. 

Gleich baue ich die Nähmaschine auf und repariere einiges. Ja, auch Reißverschlüsse. Das, was ich aus meiner Kindheit in den fünfziger Jahren gelernt und im Studium mit wenig Geld wirklichl gebraucht habe, pflege ich heute immer ncoh. Damit bin ich ja heute wieder hochmordern. Von wegen Nachhaltigkeit und so. Nicht alles gleich wegwerfen, was noch repariert werden kann.
Banaler Alltag kann manchmal doch ganz nett sein.
‪#‎Erinnerungen‬

 

Deckchen

 

Schürze

19. Juni 2015 at 12:25

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