Posts filed under ‘Kunst’

Zeitgenössischer Realismus: Susanne Strefel im Schafstall Bad Essen:

Heute Abend wird im Schafstall die neue Ausstellung von Susanne Strefel eröffnet. Ich habe schon viel von Susanne gelernt und freue mich, dass sie in Bad Essen ausstellt.

Und anschließend gibt es wie immer das beliebte Buffet. Wir freuen uns, wenn wieder viele Gäste dazu etwas beitragen 😉

 

10. Mai 2019 at 13:08

Ländliches Motiv: Kuh Elsa

Nein, nein, ich werde keine röhrenden Hirsche in Öl malen. Aber als Mädchen vom Lande habe ich mich in die Kuh-Augen von Elsa verliebt und musste sie unbedingt malen, nachdem Dietmar Stiller am vorigen Wochenende in seiner Vorführung bei Boesner seine Schakeline in Acryl vorstellte.

Ich werde mit Acryl immer noch nicht richtig warm und habe Elsa wieder in Öl gemalt. Eine gute Entdeckung sind die wasservermalbaren Ölfarben von Winsor &Newton. Sie vermalen sich wie die „normalen“ Ölfarben, trocknen aber geruchslos, und die Pinsel lassen sich einfach auswaschen.

Das Format des Bildes ist 20cm mal 20,cm wie es viele Malerinnen und Maler des „DailyPainting“ in Deutschland verwenden. In den USA nimmt man sogar ein noch kleineres Format: 15 mal 15 cm. Das werde ich zwar mal versuchen, aber ich glaube, das ist mir zu winzig.

Von Christa Lippich bekam ich den Tipp, bei Tierporträts immer mit den Augen zu beginnen, dann entsteht gleich eine Beziehung zudem Tier … das werde ich dann beim nächsten Mal beherzigen.

Das Malen entwickelt sich immer mehr zu meinr neuen Leidenschaft, und ich bin dankbar, dass ich durch Susanne Strefel vor einem Jahr den Zugang dazu gefunden habe. Auch wenn ich es noch nicht schaffe, täglich ein Bild zu malen  😉

17. März 2019 at 14:08

Die Entstehung von Schakeline

Ich verfolge immer aufmerksam, welche Kurse bei Boesner in Osnabrück angeboten werden. Leider passen die Termine nicht immer, aber gestern klappte es: Ein Tag mit Dietmar Stiller, dessen Blog „A Stiller a day“ ich schon länger aufmerksam verfolge. Das Thema war „STARK VEREINFACHT: EINFACH STARK „, also ein ziemlicher Kontrast zu dem detailreichen Malen, mit dem ich mich bisher befasst habe. Aber ich will ja lernen! In der Ankündigung stand:

 „Der Prozess der Vereinfachung beginnt schon mit der ersten Ideenskizze. Bildthemen sind Stillleben, Stadt und Landschaft, die eher gegenständlich als abstrakt dargestellt werden. Durch verschiedene Übungen und Schritt-für-Schritt-Demonstrationen zeige ich, wie man die erste Inspiration, durch den Vereinfachungsprozess, zu einem ausdrucksstarken, kompositorischen und inhaltlichen Bild führen kann“

Und außerdem ging es um das Malen mit Acrylfarben. Mit denen stand ich bislang auf Kriegsfuß. Alles, was ich damit malte, erschien mir sehr grobschlächtig im Vergleich zu den Arbeiten mit Ölfarben, in denen feinere detailreiche Abstufungen möglich sind. Aber ich will ja lernen – und so hörte und sah ich von Anfang an fasziniert Dietmar Stiller zu, wie er die Mischung aller Farben aus den drei Grundfarben rot, blau und gelb und den Farbkreis erklärte und praktisch zeigte. (Als Anfänger meint man ja, man müsse möglichst viele Farbtuben haben, um gut arbeiten zu können 😉 ). Neue Materialien lernte ich auch kennen, z.B. Acryl-Malpapier. Viel preiswerter als Keilrahmen oder mdf-Platten, die für Übungen doch etwas teuer sind.

Ich bislang detailversessene Ölmalerin war dann fasziniert, wie Dietmar Stiller aus angedeuteten Skizzen Schritt für Schritt zwei Bilder entwickelte. Das erste war eine Kuh.

Nach und nach füllte sie sich mit Schatten und später mit Farbe

Ich war beeindruckt, wie plastisch die Kuh auch mit der Reduktion auf die wichtigesten Linien und Farben wirkte.

„Schakeline“, wie Dietmar sie nannte, können Sie als fertiges Bild in voller Schönheit auf seinem Blog sehen!

Im zweiten Teil ging es dann um ein Motiv, das mir bekennender Landpomeranze nicht so liegt: Eine Straßenschlucht mit Hochhäusern (ich käme nie auf die Idee, meine kostbare Mal-Zeit mit Hochhäusern zu verbringen, ich bin ja schon nach jedem Osnabrück-Besuch froh, wenn ich wieder Landschaft sehe 😉  ).

Verübeln sie es mir also nicht, wenn ich diesen Teil etwas kürzer berichte.

Ich gestehe: Zuerst war ich irritiert und dann doch fasziniert davon, wie Dietmar Stiller mit Schwamm und Farbe die Konturen herausarbeitete. Fragte ich mich anfangs „Wie soll daraus denn ein Bild werden?“, war ich dann doch beeindruckt, wie mit den angedeuteten Linien und sparsamer Farbgebung tatsächlich eine Straßenschlucht im Regen entstand.

 

In der kurzen Zeit wurde das Bild nicht fertig, aber ich fuhr nach Hause mit dem Gefühl: Es lohnt sich, über den eigenen Schatten zu springen und sich gerade als Anfängerin mit Ansätzen vertraut zu machen, die einem erst einmal eher fremd scheinen.

Als ich nach regenreicher Autofahrt wieder zu Hause war, war ich müde, aber aufgekratzt. Staffelei und Farben zu holen war mir zu aufwändig, aber für eine kleine Bleistift-Skizze im Sessel sitzend reichte es dann doch noch. Schakeline im Sparformat sozusagen.

Danke an Dietmar Stiller, dass er als vielbeschäftiger Künstler und Leiter der Kunstfabrik Hannover sich die Zeit nahm, um uns in Osnabrück etwas beizubringen!

 

 

10. März 2019 at 16:47

Ich lerne malen

Bislang habe ich darüber in meinem Blog noch nicht geschrieben, aber in Zukunft könnte das öfter Thema sein: Ich habe im letzten Jahr angefangen, zu malen.

Gezeichnet habe ich zwischendrin immer mal, aber nie systematisch. Wenn ich alte Zeichnungen ansehe, denke ich: Warum wurde das in der Schule nicht mehr gefördert? Und warum habe ich das nicht selbst mehr verfolgt? Sooo schlecht war das doch gar nicht!

Wie auch immer – jetzt bin ich in der Phase des Lebens angelangt, wo ich wieder mehr Freiheit habe. Und wo ich Neues lernen will. So habe ich im letzten Jahr mit Ölmalerei begonnen, habe zwei Kurse bei Susanne Strefel besucht, war bei Yevhenij Ayzenberg, arbeite Kunstbücher durch und übe malen, so oft ich kann.

Es macht mir sehr viel Freude, ist sehr meditativ, und insbesondere das Arbeiten mit Öl verführt zum langsamen, intensiven Arbeiten.

Mein erstes Werk in einem Kurs bei Susanne Strefel waren Kirschen, gemalt nach einem Motiv von ihr. Susanne ist eine großartige Lehrerin, und sie gibt einem auch als absolute Anfängerin nie das Gefühl „das schaffe ich ja doch nicht“.

So habe ich dann mutig auch nach eigenen Motiven gesucht und versucht, sie malerisch umzusetzen.

Leider ist aber auch das Leben einer Unruheständlerin voll mit allerlei Terminen (siehe beispielsweise alle Beiträge unter B65 neu), und so kann ich manche Kurstermine, die mich interessieren, nicht wahrnehmen.

Besonders aufmerksam verfolge ich die Idee des „Daily Painting“, die aus den USA kam. Statt großformatig zu malen und womöglich wochenlang mit einem Bild beschäftigt zu sein, malt man jeden Tag ein kleinformatiges Bild. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, auf denen diese Bilder verkauft werden. So stieß ich z.B. auf die Künstlerin Sonja Neumann, den Künstler Thomas Ruckstuhl und den Künstler Dietmar Stiller.

Falls Sie sich für Kunst interessieren und gern ein erschwingliches Original kaufen möchten, schauen Sie sich auf diesen Seiten um! Es lohnt sich!

Ich selbst bin noch längst nicht so weit, dass ich ein Bild pro Tag schaffe („one painting a day“), ich suche überhaupt noch nach einem eigenen Stil und bin noch voll damit beschäftigt, Techniken zu erlernen. Wenn ich mal nicht zum Malen komme, versuche ich, zumindest eine kleine Zeichung in meinem Skizzenbuch zu machen.

10. März 2019 at 15:43

Neue Ausstellung in Bad Essen : Von Kurschatten und anderen Leidenschaften

Im Schafstall in Bad Essen ist seit Freitg eine neue Ausstellung zu sehen, die einem Kurort alle Ehre macht:

Schoenen-Schlootz Die Vernissage war recht vergnüglich, wie auch Christa Bechtel in ihrem Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung anmerkt. Dort können Sie auch über die Hintergründe dieser Ausstellung lesen.

Noch mehr Fotos sehen Sie auf der Website des Kunst-und Museumskreises Bad Essen

und auf der Website der vielseitigen Künstlerin, die ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist, wie ein Richtungswechsel das Leben bereichert.

7. Mai 2017 at 17:22

Literarisch-musikalische Soirée zum 400. Todesjahr von Miguel de Cervantes

Im Schafstall Bad Essen können Sie am Samstag, 22.10.2016 im Schafstall einen Kunstgenuss erster Güte erleben:

Stephan Schäfer, Rezitation
und Prof. Hans-Michael Koch, Vihuela,

stellen Werke aus dem 16. Jahrhundert von Luis Milan, Luis de Narváez und Alonso Mudarra in Text und Musik vor.

Sie wissen nicht, was eine Vihuela ist? Ehrlich, ich wusste es auch nicht und musste erst mal bei Wikipedia nachsehen:

Die Vihuela (abgeleitet von lateinisch fidicula, ‚Fiedel‘) ist ein spanisches Zupfinstrument, das im 16. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Als Lauteninstrument mit Resonanzkasten und Hals gehört sie zu den Kastenhalslauten. Die Vihuela kann, wie die europäische Laute, als ein Vorgänger der modernen Gitarre angesehen werden.

Auf dem Plakat sehen Sie, wie eine Vihuela aussieht.

Hier finden Sie weiteren Informationen. Vorverkauf in der Tourist Info, sonst Abendkasse.

konzert-schafstall-okt-22016-plakat konzert-schafstall-okt-22-2016-jpg

In der besonderen Atmosphäre des Schafstalls in Bad Essen wird das sicher ein lohnendes herbstliches Erlebnis!

19. Oktober 2016 at 10:41

Roland Jankowsky in Bad Essen

Roland wer? Oh, ich bin sicher, Sie kennen den. Vielleicht nicht unter seinem bürgerlichen Namen, aber ganz bestimmt in seiner aktuellen Paraderolle als Schauspieler: Overbeck. Welcher Overbeck? Nun, dieser Overbeck hat keinen Vornamen, er heißt einfach „Overbeck“ (so nennt ihn seine Chefin) oder „Kommissar Overbeck“. Sie wissen schon, der vermeintlich obercoole Typ aus dem Münster-Krimi „Wilsberg“, der mit seiner Sonnenbrille auf der Nase gerne in jedes Fettnäpfchen trampelt.

Eine andere, ebenso spannende und sehr unterhaltsame Rolle spielte Roland Jankowsky am 7. November in Bad Essen während der Bad Essener Literatur- und Musiktage (vormals Literakur).
Er las mehrere kriminelle Kurzgeschichten – doch vorher schaffte Matthias Ventker mit seinem atemberaubenden Medley mehrerer Krimi-Titelmelodien erst einmal die passende Stimmung. Stahlnetz, Tatort, der rosarote Panther und die Krimimimi sind im Raum, bevor Roland Jankowsky sie alle auf die Bühne bringt, die mehr oder minder erfolgreichen Helden des Mordens oder deren Opfer.

Ventker m.W.

Die schräge Frau Sägemüller aus Barbara Glasers Geschichte „Publikumsverkehr“, der „Capo di tutti i capi“ aus Angela Eßers „Bayrischen Henkersmahlzeiten“, der erfolglose Killer aus Ralf Kramps „Dumm gelaufen in Damme“, der vergeblich versucht, eine Leiche unter die Erde zu bringen, und viele andere.

Jankowsky 1 m.W.

Jankowsky 2 m.W.
Im ausverkauften Schafstall ist das Publikum Roland Jankowsky nahe genug, um jede Nuance seiner großartigen Stimme und gekonnten Mimik zu verfolgen, seine humorvollen Anspielungen provozieren viele Lacher, und so sind zweieinhalb Stunden schnell vorbei. Und die Musik von Matthias Ventker macht aus der Lesung eine wunderbare „Rhythm-and Crime“ – Soirée. Manch einer schaut erstaunt auf seine Armbanduhr: „Was, schon halb elf?“.
Mir hat der Abend so viel Vergnügen bereitet, dass ich mir hinterher eine von Jankowsky gesprochene Hörbuch CD gegönnt habe, natürlich mit netter Widmung des Schauspielers, der „in echt“ sehr viel charmanter ist als Overbeck.
Jedenfalls werde ich den schrägen Kommissar in Zukunft mit anderen Augen sehen. Der nächste Wilsberg-Krimi wird Ende November gezeigt.
Die Website von Roland Jankowsky finden Sie hier. Dort stehen auch die weiteren Lesungstermine.

Übrigens: Die Bilder im Hintergrund sind aus der Ausstellung „Spuren des Lichts“ von Viktoria und Slava Prischedko. Leider ist sie nur noch bis 8.November zu sehen. Die Website der Künstler, die in Trier leben, finden Sie hier.

8. November 2015 at 17:59

Noch bis Ende Mai: der Codex Gisle in Osnabrück

Ein Tipp für die Osterferien:

Der Codex Gisle aus dem Zisterzienserinnenkloster Rulle bei Osnabrück, eine Musikhandschrift aus dem Mittelalter mit wundervollen Malereien, ist noch bis Ende Mai im Diözesanmuseum Osnabrück zu sehen.

Rulle Codex GisleFoto Plakat: Diözesanmuseum Osnabrück

Aus der Ankündigung des Diözesanmuseums:

„Der Codex enthält 53 Initiale und ist damit so reichlich bebildert wie kaum ein anderes vergleichbares Buch. Die Schwestern stellten den Codex aber nicht in den Bücherschrank, sondern nutzten ihn täglich für die Feier der Messe. Aufgeschrieben sind sämtliche Texte, die die Schwestern damals in der Liturgie beteten. Der Codex Gisle ist deshalb nicht einfach ein Buch, das schön aussieht. Wenn es gezeigt wird, dann steht auch immer sein Gebrauch im Mittelpunkt.

Anlässlich seines originalgetreuen Nachdrucks durch den Quaternio Verlag Luzern stellt das Diözesanmuseum Osnabrück die Prachthandschrift im Original aus und macht mit dem Durchblättern der Reproduktion ihren visuellen Reiz erlebbar. Außerdem werden Gesänge aus dem Codex zu hören sein, die die Choralschola des Osnabrücker Jugendchores aufgenommen hat.

Darüber hinaus gibt die Sonderausstellung Einblicke in die Geschichte des Klosters, das 1802 im Zuge der Säkularisierung aufgehoben wurde, und in die Geschichte des Wallfahrtsortes Rulle. Außerdem wird über die Schreibwerkstatt der Zisterzienserinnen mit ihren Farben und Tinten und über die traditionelle Buchbinderei informiert. Auch der Prozess zur Herstellung des Nachdrucks ist zu sehen.“

Neben dem Faksimile können Sie auch in der digitalen Version blättern. Mehr über die Hintergründe dieser Ausstellung und einen Flyer sehen Sie hier.

Die Musik aus dem Codex können Sie hier hören:

Für mich war diese besinnliche Ausstellung eine Ruhe-Insel im Alltag. Auch wenn Sie nicht fromm sind, sondern sich „nur“ für Handschrift, Buchkunst und Kalligraphie interessieren, ist diese Ausstellung ein Gewinn.

25. März 2015 at 14:19

Neue Ausstellung im Schafstall Bad Essen

Nach der Winterpause startete der Kunst-und Museumskreis Bad Essen mit einer temperamentvollen Ausstellung in das neue Jahr. Der Titel  „Träume, die aus dem Rahmen fallen“ deutet es schon an: In den Träumen von Christoph Winkler scheint eine Menge zu geschehen. Teile, die in der Realität nicht logisch zusammengehören, bilden hier mehrdimensionale Bilder und Objekte, fügen sich zu einer neuen Realität zusammen, in der der Betrachter spazierengehen und den eigenen Phantasien und Tagträumen folgen kann .

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2015_02_05_0084©Fotos: Christa Bechtel – danke für die Genehmigung!

Beate Freier-Bongaertz vom Kunstverein Gütersloh führte in die Ausstellung ein. Mehr über den Künstler, die Vernissage und weitere Fotos finden Sie in dem ausführlichen Artikel von Christa Bechtel in der Neuen Osnabrücker Zeitung. (Klick)  und auf der Website des Kunst- und Museumskreises.

Christoph  Winkler hat auch eine Website, dort finden Sie weitere informationen über seinen Werdegang, seine Arbeitsweise und seine Werke.

Die Ausstellung ist geöffnet bis 19. April 2015, täglich außer montags von 15 bis 18 Uhr.

26. Februar 2015 at 17:50

Klinik im Kloster in Barth – eine verrückte Ausstellung

Vor einigen Wochen sahen wir in Barth an der Ostsee eine hinreißende Ausstellung. Wenn Sie meinen, Sie hätten in der Kunst schon alles Wesentliche gesehen, sollten Sie wenigstens diese eine Ausstellung noch auf Ihren Plan setzen. Textilkunst soll das sein? Naja, Frauenkram mit Nadeln. Environment soll das sein? Viel zu naturalistisch. Szenerien in mehreren Räumen? Sicher viel gebastelt.

Werfen Sie Ihre Vorurteile über Bord und wagen Sie den Eintritt in eine völlig verrückte Welt. Das Vineta Museum Barth präsentiert im Adligen Fräuleinstift die Ausstellung von Stefanie Alraune Siebert, die in 32 Jahren eine unglaubliche Fülle an Lebenswelten und Figuren aus Stoff gestaltet hat. Kaufen Sie an der Kasse den Katalog, damit Sie in dieser verrückten Umgebung wenigstens ein bisschen verstehen.

Im Wartezimmer begrüßt Sie eine merkwürdige Patientenschar.

Wartezimmer

Unser aller Angie leidet unter Angina.

Angie hat Angina_800x600

Ein Mensch, der für meine Augen wie Leonhard Cohen aussieht, hält sich für den alten Fritz, und Miss Marple hat Herzprobleme. Bei Fräulein Fitz ist unerklärlicherweise ein Bart gewachsen.

Der alte Fritz und Miss Marple

Auf der anderen Seite ist noch Platz für neue Patienten.

ein neuer Patient wartet_800x600

Damit sie sich nicht langweilen, ist dort eine Fühltafel aufgebaut, damit der Drang, alles anzufassen, in kontrollierbare Bahnen gelenkt wird. Stellen Sie sich vor, 20000 Klinikbesucher würden ihre Spuren überall hinterlassen!

Bitte anfassen

Fühl-Tafel. Bitte anfassen

Auf dem Streifzug durch die Klinik sehen wir den Chefarzt Prof. Dr. Müller-Krombach, der sich mit Schwester Loretta Affenbichler vergnügt. Die Gattin wartet schon mit dem Messer hinter dem Vorhang. Da wird Miss Marple noch viel zu tun bekommen!

Prof.Dr.Müller-Krombach mit Schwester und Gattin

In einer Abteilung werden Dackelhaare transplantiert oder Botox-Spritzen verpasst. Auch kann man das Atelier von Alraune bestaunen, in dem alles aus allerfeinsten Stoffen ist, selbst die Nähmaschine.

Alraunes Näh-Atelier

Im Speisesaal fühlt man sich in Thomas Mann´s Zauberberg versetzt. Hier speisen die Patienten, die nicht bettlägerig sind, und das Klinikpersonal.

Speisesaal

Der Zuschauer kommt aus dem Staunen nicht heraus über das opulente Buffet, an dem jede Auster eine Perle enthält, die Begleitmusik an Piano und Akkordeon und über die Sėance , bei der sogar ins Jenseits telefoniert werden kann.

Buffet

Austern

Seance

Unglaublich, was Stefanie Alraune Siebert geschaffen hat. Ein Lebenswerk mit der Nadel, in feinsten Details und in einer Ausdruckskraft, die nicht nur über ihr perfektes Handwerk Auskunft gibt. Jede einzelne Figur hat einen eigenen Charakter, selbst die Fische auf dem Buffet. Und der skurrile bis makabre Humor, mit dem sie ihre Szenerien entwickelt, zeugt  von tiefer Kenntnis menschlicher  Schwächen,  Eitelkeiten und Verrückheiten. Ich konnte mich nicht satt-sehen. Als Frau, die selbst nähbegeistert ist und sich schon viel mit Textilkunst befasst hat, habe ich großen Respekt vor der Leistung dieser Künstlerin.

Sie können die Ausstellung noch bis zum 31. Oktober 2013 sehen. Details hier.

Und wenn Sie es in Barth nicht mehr schaffen: Stefanie Alraune Siebert hat in Haigerloch bei Tübingen seit neuestem ein eigenes Museum. Hier lesen Sie mehr darüber

Die Website der Künstlerin mit allen aktuellen Informationen finden Sie hier.

Danke für die Genehmigung, die Fotos hier in meinem Blog zu zeigen!

3. Oktober 2013 at 19:15

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