Posts filed under ‘Lebensfreude’

Auf ein Neues!

Ja, Sie haben gute Vorsätze gefasst. Ja, Sie haben viel Geschimpfe über das alte Jahr 2016 gelesen. Keine Bange, ich werde hier jetzt nicht auch noch tiefsinnige Gedanken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbreiten.

Ich bin einfach dankbar, in diesem Land leben zu dürfen, in dem wir unsere Meinung sagen dürfen, ohne im Gefängnis zu landen.

In einem Land, wo eine Bürgerinititative, die kritisch mit politischen Entscheidungen und mit Politikern umgeht, keine Verfolgung fürchten muss.

In einem Land, wo trotz aller Probleme die medizinische Versorgung besser ist als in den meisten Ländern auf der Welt.

In einem Land, wo trotz aller Probleme Menschlichkeit immer noch einen hohen Stellenwert hat.

Und ganz persönlich bin ich dankbar, dass das Schicksal mich vor vielen Jahren nach allerlei Wegen durch die Welt wieder nach Norddeutschland geführt hat, wo ich bei Spaziergängen auch bei „schlechtem“ Wetter so wunderbare Lichtstimmungen genießen kann, die mich an Kindheitstage erinnern.

Ich wünsche Ihnen ein Jahr 2017, in dem Sie an jedem Tag, egal wie schwierig er sein mag, noch etwas finden, um sich zu freuen und dankbar zu sein.

 

lichtstimmung-winter-m-w

 

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4. Januar 2017 at 15:14

Bewahrt die Kussallee!

Wie? „Bewahrt die Kussallee“ – was soll das denn jetzt? Die Kussallee gehört doch zu Bad Essen, ist die ist doch wohl kaum gefährdet.

Doch, leider ist sie das, allen früheren Beteuerungen zum Trotz.

Kussalle m.W. Kussallee m.W.2

In der letzten öffentlichen Sitzung des Bauauschusses der Gemeinde Bad Essen am 02.06.2016 wurde die Änderung des Bebauungsplans „Bad Essen-Süd“ besprochen, die am 16.Juni in der Sitzung des Gemeinderats beschlossen werden soll. In der Sitzung des Bauauschusses wurde von den Plänen für die Bebauung des ehemaligen Biergartens hinter dem „Haus am Karlsplatz“ gesprochen. Da entsteht anscheinend etwas Größeres. Die Änderung des Bebauungsplans wurde mehr oder weniger durchgewunken, bis ein Mitglied des Bauauschusses einwandte, sie wolle eine Auflage für diese Bebauung, die Kussallee müsse im jetzigen Zustand erhalten bleiben oder nach erfolgten Bauarbeiten in den alten Zustand zurückversetzt werden.

Und was hörte man da als Antwort? Man könne ja wohl kaum einem Bauherren solche Vorschriften machen.

Die Gemeinderätin beharrte darauf, sie wolle wenigstens ihren Einwand ausdrücklich im Protokoll vermerkt wissen.

NIEMAND im Bauausschuss unterstützte diesen Punkt, er wurde nicht einmal diskutiert!

Die normale Bürgerin wundert sich. Da gibt es Hunderte von Bauvorschriften (ich erinnere mich sogar, als wir auf der Suche nach einem Bauplatz waren, Vorschriften zu lesen, die die Art der Heckenbepflanzung vorschrieben) – und die Gemeinde ist nicht willens, dieses historische Kleinod mitten im historischen Ortskern Bad Essens zu erhalten? Dabei wurde erst vor 10 Monaten noch vollmundig festgestellt, nachdem ein teures Gutachten für die Nikolaistraße beauftragt worden war:

KußalleeQuelle: Wittlager Kreisblatt 12.08.2015

 

Ach, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Und an das von vorgestern will ich doch schon gar nicht denken? Denn:

Schon im November 2014 votierte der Gemeinderat Bad Essens dafür, die Kußallee zu schützen:

Kussallee 2Quelle: Wittlager Kreisblatt 25.11. 2014

Und noch davor gab es schon im Februar 2009 zum Valentinstag in der Neuen Osnabrücker Zeitung einen ausführlichen Bericht mit dem schönen Titel:

„Eine kleine Straße für die große Liebe“.

Spielt das alles keine Rolle mehr?

Nun bin ich über das Alter für heimliche Knutschreien in der Kussallee längst hinaus (und viele im Bad Essener Gemeinderat vermutlich auch 😉  ), aber wo ist die Verantwortung geblieben, so ein geliebtes und sehr besonderes Eckchen von Bad Essen zu erhalten? In neumodern-planerisch würde man vielleicht sagen: „So ein Alleinstellungsmerkmal“.

Sind alle Äußerungen der letzten Jahre Lippenbekenntnisse?

Liebe Bad Essener Gemeinderäte, das will ich einfach nicht glauben, dass Ihr nicht bereit seid, die Kussallee zu schützen. Es gibt doch schon genug Vertrauensverlust bei den Bürgern!

10. Juni 2016 at 15:01

Immer wieder staunen …

Das hier war unsere Gemüseernte vor einigen Tagen:

Gemüse-Ernte mit Wasserzeichen

Tomaten, grüne und gelbe Zucchini, Mini-Auberginen, Blauhilde-Bohnen, die beim Kochen grün werden.

Auch wenn ich auf dem Lande aufgewachsen bin und auch wenn wir seit vielen Jahren einen Garten haben – ich kann immer noch und immer wieder wie ein kleines Kind staunen über die Wunder der Natur und den Pflanzen beim Wachsen zuschauen. In Zeiten, als ich weder Garten noch Balkon hatte, waren Zimmerpflanzen meine grünen Lebensgenossen. Und draußen spazierengehen und den Bäumen beim Wachsen zusehen kann man ja überall.

Komplimente für diese Erntepracht und die Arbeit, die natürlich auch damit verbunden ist, gebe ich übrigens gern an meinen Mann weiter  😉

20. August 2015 at 09:25

Lob des Alltags

Das wahre Leben findet ja nicht nur im Beruf, in wichtigen Sitzungen und gaaaanz wichtigen Terminen statt. Der banale Alltag ist ja mindestens so wichtig.  Auch wenn manches vielleicht nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist, auch bei Routine-Arbeiten kann es schöne Momente geben. Ich finde, beim Bügeln kann man wunderbar nachdenken, 50er-Jahre Schmonzetten mit Caterina Valente im Fernsehen anschauen, die man sonst gar nicht ertragen würde,  oder sich auch einfach an den Erinnerungen freuen, die mit manchen Bügelteilen verbunden sind.

Heute ist mein Haushaltstag. Muss auch mal wieder sein, und ich mache solche Arbeiten lieber, wenn ich dafür Zeit reserviere, statt mal eben husch husch irgendwie reingequetscht. Beim Bügeln habe ich mich über zwei Teile gefreut:
Erst einmal ein Deckchen aus dem Nachlass meiner Mutter. Sie hatte eine Blumenvase drauf stehen. Das Deckchen mit seinem feinen Spitzenrand habe ich ihr vor Jahrzehnten mal zum Muttertag gehäkelt. Jetzt liegt es frisch gestärkt auf meinem Nachttisch.
Und dann eine Schürze, die meine Tante Sefa mir vor Jahren schenkte. Sie war katholische Nonne und arbeitete in ihren aktiven Jahren im Speisezimmer des Klosters. Als Nonne hieß sie „Maria Hildelita“. Tante Sefa wusste, dass ich gern beim Kochen Schürzen trage, und sie brauchte mit über 80 ja nicht mehr arbeiten. Speisezimmer und Hildelita sind fein eingenäht im Bund der Schürze, von hunderten von Wäschen etwas verblichen, aber noch lesbar.
Und man beachte die sorgfältigen Abnäher, die der Schürze Sitz verleihen. In Zeiten, wo gekaufte Schürzen unförmige gerade Teile sind und wo Abnäher in Kleidung seltene Fossilien sind, rührt mich das fast. Einen meiner Nähkurse in Jugendjahren machte ich bei katholischen Nonnen, und dort lernte ich auch, Abnäher, Revers, Manschetten zu nähen und Reißverschlüsse einzunähen. Revers und Manschetten brauch ich heute eher weniger, aber das mit den Reißverschlüssen ist schon ganz praktisch. 

Gleich baue ich die Nähmaschine auf und repariere einiges. Ja, auch Reißverschlüsse. Das, was ich aus meiner Kindheit in den fünfziger Jahren gelernt und im Studium mit wenig Geld wirklichl gebraucht habe, pflege ich heute immer ncoh. Damit bin ich ja heute wieder hochmordern. Von wegen Nachhaltigkeit und so. Nicht alles gleich wegwerfen, was noch repariert werden kann.
Banaler Alltag kann manchmal doch ganz nett sein.
‪#‎Erinnerungen‬

 

Deckchen

 

Schürze

19. Juni 2015 at 12:25

Gartenfreude

Ich war eine Weile recht still hier, das Gesundwerden dauerte ein bißchen  länger.

Und jetzt werden wieder die Stapel auf dem Schreibtisch abgearbeitet, und in der Pause genieße ich die Natur. Der Gang durch unseren Garten ist jetzt für mich eine große Freude. (Danke an meinen lieben Mann, der alles so liebevoll pflegt).

Die erste Zucchini (der erste Zucchino?) ist da, der Rosenbogen strahlt gegen den blauen Himmel, eine samtige Rose ist so schön, dass man sie streicheln möchte, und in unserem wilden Blumenbeet, das wir für die Insekten angelegt haben, wimmelt und brummt es. Manchmal lassen sich zwei Hummeln gleichzeitig auf einer Blüte nieder. Stundenlang könnte ich da schauen.

#Dankbarkeit

DSC05496 (Medium) DSC05498 (Medium) DSC05504 (Medium) DSC05507 (Medium) (2)

8. Juni 2015 at 12:41

Oster-Erinnerungen

An Feiertagen wie Ostern kommen bei mir Erinnerungen an die Feiertage der Kindheit an die Oberfläche. Bei Ihnen oder Euch auch?
Unvergessen der Duft nach frischem Brot, das meine Mutter fast nur an Ostern backte. Die Eierschale aus Glas, die nur an Ostern für die bunten Eier auf den Tisch kam. Die Nester aus Moos, die wir schon am Karfreitag im Garten in einer Mulde anlegten, damit der Osterhase sie füllen konnte. In dem Wald bei uns in der Nähe gab es nicht nur grünes Moos, sondern auch Silbermoos. Das war aber sehr selten, und damit verzierten wir in sparsamen Tupfen das grüne Nest. Und dann auch in den Jahren, als ich schon nicht mehr an den Osterhasen glaubte, dieses Kribbeln, wenn tatsächlich morgens bunte Süßigkeiten im Nest lagen, die wir mit unseren Österkörbchen einsammelten! Ich erinnere mich auch ganz genau, dass ich in einem kleinen Wald in der Nähe gaaanz wirklich den Osterhasen mit einer Kiepe voller Eier auf dem Rücken gesehen habe. So sah er aus:

DSC03042

Als ich diesen Hasen hier vor einigen Jahren entdeckte, habe ich den jedenfalls sofort wiedererkannt! 😉

Dieses folgende Foto hier aus einem verblichenen Negativ fand ich neulich in meinen Fotoalben – Ostern 1959. Warum ich das so genau weiß? Da hatte ich meine Zöpfe noch, kurz danach wichen sie einem flotten Kurzhaarschnitt,

Ostern 1959
Meistens war es Ostern noch kühl, und die Versuche mit den Kniestrümpfen endeten öfter in einer Blasenentzündung. Beim Spaziergang durch den Wald fanden wir immer wieder bunte Zuckereier. Es dauerte Jahre, bis ich begriff, dass unsere Mutter in ihrer Manteltasche einen Vorrat davon mitnahm.

Ich erinnere mich auch an Gips-Eier, die um Ostern herum zum Vorschein kamen. Mein Großvater und mein Vater legten die den Hühnern ins Nest. Vermutlich sollte das zum Eierlegen anregen. (Ach, ich hätte noch viel mehr fragen sollen, solange meine Eltern noch lebten …)

Während der Jugendzeit jobbten wir in den Osterferien beim Förster, wir halfen beim „Tännchenpflanzen“. Auf kahlen Flächen wurden neue Wälder angelegt, 8 Stunden am Tag bohrten wir Löcher in die Erde, legten eine Pflanze hinein und drückten diese mit dem Schuh fest. Abends tat der Rücken weh, oft wurden wir vom Regen nass, der Kilometer langen Heimweg mit dem Fahrrad war auch kein Spaß – aber wir verdienten Taschengeld, und die Atmosphäre mit den Schulfreunden war ähnlich lustig wie auf einer Klassenfahrt.

Tännchenpflanzen3

Tännchenpflanzen 1

tännchenpflanzen 2

Am aufregendsten war es, wenn es Fliegeralarm gab. Eine Fläche, die wir bepflanzten, lag am Rande eines kleinen Flugplatzes, der von den Engländern als Übungsplatz benutzt wurde. Bei Alarm mussten wir an den Rand des Geländes rennen, und oft fanden wir dann beim weiteren Arbeiten Bomben-Attrappen aus Gips, die abgeworfen worden waren. Heute wäre eine solche Arbeit für Kinder von 12-16 Jahren vermutlich gar nicht mehr erlaubt.
Die Karfreitags-Andacht in der katholischen Kirche mit Holzrasseln (die Glocken flogen ja Karfreitag nach Rom), der feierliche Gottesdienst „Das Grab ist leer, der Held erwacht“, das Eiersuchen, Besuche der unendlichen Großfamilie, all das ist nun einem kleineren und weniger feierlichen Osterfest gewichen. Aber ich backe nun auch wie meine Mutter Ostern ein frisches Brot und färbe Eier, die wie immer zu viele sind. Die Glasschale mit den Eiermulden halte ich in Ehren, und ich freue mich jedes Jahr von neuem über die liebevolle Kindheit, an die sie mich erinnert.

Ostern 2015.1 (2)_1024x768

Ich wünsche Ihnen und euch trotz der Nachrichten der letzten Wochen ein gutes Osterfest.

4. April 2015 at 17:40

Die spinnen, die Finnen!

In Finnland soll Schreiben mit der Hand ab 2016 nicht mehr im Lehrplan stehen – statt desssen soll Tastaturschreiben gelehrt werden. Zumindest steht das in einem Artikel der Helsinki Times. (Klick zum Link)

Falls diese Entscheidung stimmt, halte ich sie für totalen Blödsinn. Entschuldigung, da fallen mir keine feinsinnigen Formulierungen ein, psychologisch geschulte schon gar nicht. Es reicht der gesunde Menschenverstand, um eine solche Entscheidung für einen Rückschritt zu halten.

Ja, es ist sinnvoll, wenn Schulkinder das Schreiben auf der Tastatur routinemässig lernen. Das hat meine Generation leider nicht erlebt, und auch ich wurschtele nach mehreren Büchern immer noch mit einem eigenen Acht-Finger-System über die Tasten. Ich habe mehrere Kurse besucht, aber der Alltag erforderte immer zügiges Schreiben, und da blieben die ASDF-JKLÖ-Übungen auf der Strecke. Ja, ich finde es sehr wichtig, dass an allen Schulen früh das Tastaturschreiben gelehrt wird.

Aber deshalb diese grundlegende kulturelle Fähigkeit des handschriftlichen Schreibens einstampfen? Es gibt mehrere Untersuchungen, die die Wichtigkeit der Entwicklung der Feinmototik durch Handschrift belegen (Hab jetzt leider keine Zeit, sie rauszusuchen). Aber welche eine Verarmung überhaupt: Keine Liebesbriefe mehr, an denen man sich noch nach Jahren erfreut, keine Zettelchen auf dem Küchentisch mehr, wenn man nach Hause kommt, keine schnellen Notizen auf dem Block, und kein #Tagebuchschreiben mehr? Die spinnen, die Finnen!

Wenn Sie noch mehr darüber lesen möchten, hier ist eine interessante Stellungnahme. Und hier ist die Website der Initiative Schreiben e.V., die sich für die Handschrift engagiert.

3. Dezember 2014 at 19:49

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