Posts tagged ‘Zukunft’

Erfolgreicher Schnatgang bei herrlichem Wetter

Am Samstag, 7. April fand der neue Schnatgang der Bürgerinitiative von Wimmer aus statt. Im Vorfeld hatten sich schon weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, und beim Start wurden schließlich fast 150 gezählt!

Ein langer Zug von Erwachsenen. Jugendlichen und Kindern, mit Kinderwagen und Fahrrädern, begleitet auch von Familienhunden, machte sich auf den Weg. Einige Teilnehmer äußerten, ihnen sei wichtig, dass ihre Kinder, um deren Zukunft es letztendlich ginge, anschaulich miterleben, wofür ihre Eltern sich einsetzen.

Auch der Bad Essener Bürgermeister Timo Natemeyer, mehrere Ortsbürgermeister, Mitglieder des Gemeinderates und der Ortsräte nahmen teil und bekundeten so ihr Engagement für den Erhalt der Bad Essener Landschaft.

An der Wimmer Schule begrüßten Claus Fricke und Volker Schulte die Teilnehmer mit einigen Hinweisen zum Projekt B65 neu. Er klärte vor allem die Irrtümer auf, die in Bad Essen kursieren:

„Wir werden oft gefragt, warum macht ihr das alles noch, die neue Straße kommt doch sowieso nicht mehr. Diese Meinung hat sich verbreitet und ist genauso gefährlich wie falsch!

Durch den Beschluss des Bundestages zum BVWP wurde der Planungsauftrag an das Land vergeben und geht nun seinen bürokratischen Lauf, und den hält bekanntlich weder Ochs noch Esel auf. Und Planungsauftrag ist erst mal die gesamte Strecke. Teillösungen auf der Bestandsstrecke sind möglich, aber nicht favorisiert.

…Mit Beginn der eigentlichen Planung, ca. ab 2021/22, wird eine Entscheidung fallen, ob und in welcher Form das Vorhaben umgesetzt wird. Das Vorhaben ist also nicht am Ende, sondern hat noch gar nicht richtig begonnen! … Wir müssen also aufmerksam und aktiv bleiben, damit auch in Hannover ankommt, wie wichtig uns unsere Landschaft ist!“

Auch Ortsbürgermeister Eckhard Halbrügge begrüßte die Teilnehmer und freute sich darüber, dass so viele Menschen aus der ganzen Gemeinde den Weg nach Wimmer gefunden haben.

Die große Gruppe bewegt sich zunächst ein Stück Richtung Osten mit Blick auf Hördinghausen. Dort erörterte Claus Fricke, welche Konsequenzen der Bau einer neuen B65 für diesen Teil der Gemeinde bedeuten würde:

Ein Lohn-und Tiefbau-Unternehmen in Hördinghausen würde z.B. nicht mehr Baustellen und Felder mit den Maschinen direkt erreichen können, sondern der Schwerverkehr würde direkt durch Wimmer laufen müssen, da nur wenige Unterführungen der hohen Trasse eine Durchfahrt nach Norden erlaubten. Das Gleiche gelte für die Landwirte und die Bewohner von Hördinghausen und Dahlinghausen: Sie müssten alle den Umweg über Schröttinghausen oder Wimmer nehmen, um nach Norden zu kommen.

Entlang von Markierungs-Pfählen, die das Vorbereitungsteam der BI in das Gelände gesteckt hatte, erwanderte die Gruppe dann weitere Punkte, die direkt an der geplanten Trasse liegen.

Birgit ten Thoren wies eindrucksvoll auf die Folgen eines solch massiven Baumwerks und solcher Erdbewegungen für die Natur hin, auch für den Bestand an Tieren. Insbesondere Kiebitz und Rebhuhn in dieser Gegend wären beeinträchtigt und gefährdet, auch der Lärm bedeutet eine große Belastung. Die Summierung negativer Effekte könne im Bereich einer solchen Straße zum Rückgang der Tierwelt um 40 % bewirken. Eindrucksvoll führte sie die komplexen Prozesse auf, die dabei ineinandergreifen.

Durch die Höhe der Trasse wären auch die umliegenden Ortschaften stark von Lärm beeinträchtigt.

Am Hof Weishaupt, in dessen unmittelbaren Nähe die Trasse verlaufen würde, wurde eine längere Pause eingelegt. Hugo Weishaupt begrüßte die Gäste, und im Hof des wunderschönen Anwesens bewirtete Bewohner Carl Potting die Gäste mit vielfältigen kalten und warmen Getränken. Herzlichen Dank dafür!

Nächster Haltepunkt war das Pumpenhaus an der Kreuzung Angelbecker Straße. Dort hatten Sebastian Klostermeier und Torsten Bexter mit Hochladern die Breite und Höhe der Trasse einer neuen B 65 eindrucksvoll markiert. Etliche Teilnehmer äußerten sich erstaunt: So schlimm hätten sie sich das alles nicht vorgestellt!

 Der nächste Haltepunkt lag nordöstlich von Brockhausen. Dort führte Sebastian Klostermann aus, welche Folgen eine B65 neu für die ganze Landwirtschaft im Bereich von Bad Essen hätte. Auch er betonte, die Landwirte könnten ihre Felder nicht mehr auf den bislang gut ausgebauten Wirtschaftswegen erreichen, sondern müssten die wenigen Durchlässe nutzen, die zumeist an den Dörfern liegen. Das bedeute für die für alle betroffenen Dörfer im Bereich der neuen B 65, dass der ganze landwirtschaftliche Verkehr, zum Teil mit Großgeräten, durch die Dörfer fahren müsste. Das würde nicht nur für die Landwirte, sondern auch für die gesamte Bevölkerung in den betroffenen Dörfern eine enorme Belastung bedeuten. Auch wäre der hohe Landverbrauch besten Ackerlandes in einem großen Bereich unter Naturschutz-Gesichtspunkten höchst fraglich.

Ziel des Schnatgang war schließlich der Gasthof Tönsmeyer in Brockhausen, in dem fast 100 Teilnehmer mit einem köstlichen Eintopf bewertet wurden. Wir bedanken uns bei Familie Heitmeyer und ihrem Team für die reibungslose Organisation und freundliche Bewirtung.

 Ein ganz besonderer Dank gilt den Freiwilligen Feuerwehren Brockhausen und Wimmer, die zum einen den gesamten Gang begleiteten und zum anderen alle Kreuzungspunkte absicherten. Auch brachten sie kurzfristig Autofahrer von Brockhausen nach Wimmer zurück, die dort ihre PKWs geparkt hatten.

 

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten sich sehr beeindruckt vom Schnatgang, der ihnen erst bewusst machte, was auf dem Spiel steht. Sie wollen weiter dafür kämpfen, dass unsere wunderschöne Gegend nicht durch eine Schnellstraße zerstört wird. Trotz des ernsten Themas herrschte während des Schnatgangs gute Laune, und es entstanden viele intensive Gespräche.

Auch für das nächste Jahr plant die Bürgerinitiative wieder eine Aktion. Lassen Sie sich überraschen!

Hier können Sie weitere Fotos vom Schnatgang sehen.


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10. April 2018 at 10:25

Nostalgie und Erinnerung

Sich zu erinnern, heißt nicht automatisch, nostalgisch zu werden. Heißt nicht automatisch, sich nach der „guten alten Zeit“ zu sehnen und ein ungesundes Heimweh zu entwickeln, das sich nicht stillen lässt. Sich erinnern heißt auch nicht, rückwärts gewandt zu sein und die Gegenwart zu vernachlässigen.Sich erinnern kann aber heißen, zu lernen.

„Zukunft braucht Erinnerung“ heißt eine historische Plattform im Netz,

„Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ eine andere.

Sich erinnern kann auch heitere Züge tragen, und dafür möchte ich Ihnen eine Website vorstellen, in der sich herrlich stöbern lässt: Das Wirtschaftswundermuseum über Alltagskultur in den 50er und 60er Jahren. Über die Entwicklung der Kochbücher in den Jahren nach dem Krieg können Sie auf dieser Seite lesen.  Anfangs geht es dabei nicht um Kochkunst, sonderum um Sattwerden. Interessanterweise gibt es aber schon 1950 Bücher zum Thema „“Hilfe – ich werde zu dick“.

Der Fundus an Bildern der Alltagskultur auf diesen Seiten geht zuück bis in die 30er Jahre. Eine herrliche Fundgrube der Erinnerung .

Meine persönliche Erinnerung geht bis in die 50er Jahre. Aber Sehnsucht nach dieser Zeit? Nostalgie? Nein. Es war ja nicht nureine heile Welt, es war auch eine sehr enge und engstirnige Welt. Es tut auch gut, sich manchmal daran zu erinnern und das zu schätzen, was wir jetzt an Freiheit genießen.

14. Mai 2014 at 15:56

Frohe Ostern

… wünsche ich allen meinen Bloglesern mit einem meiner selbst gemalten Ostereier. Es erinnert mich daran, wie ich früher das Schlüpfen von Küken im Frühjahr erlebt habe und das immer als ein Wunder empfand.

Osterei Elisabeth Mardorf m.W.

Auch wer nicht religiös geprägt ist, kann selbst bei diesem Wetter Ostern spüren, nämlich, wie die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die Stagnation wieder der Entwicklung Raum gibt. Ich habe die ersten Waldmeister-Pflänzchen schon im Wald gesehen.

Da möchte man doch den Winter entgültig vertreiben. Kennen Sie noch dieses Lied?

Winter ade

Wenn Sie musikalische Begleitung beim Singen haben möchten, empfehle ich Ihnen die Jazz-Variationen dieses Liedes von Michael Schlierf:

Raus aus der Lethargie, die Tage werden länger, und die Ostertage sind eine gute Zeit, um aus dem Kokon des Winterschlafs zu schlüpfen und  in die Zukunft zu schauen.

31. März 2013 at 14:10

Weihnachten und Jahreswechsel

Längere Blogpause. Es gab – wie bei allen, die ich kenne – vor den Feiertagen und vorm Jahreswechsel viel zu erledigen. Schönes wie Geschenke verpacken, Lästiges wie Steuerkram.

Heiligabend bauten wir den großen Baum auf,  hinzu kamen Nachbarskinder, bei denen das Christkind nebenan ungestört die Bescherung vorbereiten musste.

Mit ihnen konnte ich in diesem Jahr endlich wieder „Peterchens Mondfahrt“ gucken. Die Version von 1959. Natürlich schwarz-weiß. Der WDR hatte damals eine ganz entzückende Fassung inszeniert, die mich schon als Kind begeisterte, wenn ich mit meinen Geschwistern „Wir warten aufs Christkind“ gucken durfte. Vor einigen Jahren wurde sie im Fernsehen wiederholt, ich nahm sie auf Video auf. Aber beim Überspielen von Video auf DVD gab es Murks. So fehlte mir beim beim vorletzten Weihnachtsbaum-Schmücken das vertraute Ritual. Da bin ich Klein-Lieschen, nicht die erwachsene Frau Dr. Mardorf.

Im Internet gibt es ja sehr hilfsbereite Menschen, und so hatte ich an diesem Weihnachten endlich wieder eine Kopie dieses Films. (Bei  der Suche stellte ich übrigens fest, dass sehr viele Menschen genau diese Version von Peterchen Mondfahrt suchen und sich wundern, dass der WDR den Film nie mehr wiederholt. Wo doch sonst jeder Sch… über die Feiertage wiederholt wird. Aber immerhin gibt es (Ergänzung von Stand 2015) diesen Film jetzt wieder auf DVD zu kaufen.

Die Nachbarskinder waren genauso fasziniert wie ich. Schwarz-Weiß stört gar nicht, nicht mal die Kinder, die mit Farbe aufgewachsen sind. Die Inszenierung ist bis in die Details so zauberhaft, so sorgfältig, dass ich auch beim wiederholten Anschauen Neues entdecke. Peterchens MondfahrtWas mir vor allem auffiel: Ich konnte alle Schauspieler blendend verstehen. Während ich zunehmend bei modernen TV- Filmen Probleme habe, die Texte zu hören. Ich war schon kurz davor, zum Hörgeräte- Akustiker zu gehen 😉

Siehe da: Etliche meiner Freunde beklagen das gleiche Problem. Obwohl es ihnen (mir auch) sonst auf der Welt oft zu laut ist. Liegt es daran, dass immer öfter nicht mehr im Studio gedreht wird? Liegt es daran, dass die Sprach- Ausbildung bei Bühnen-Schauspielern, die ohne Mikro arbeiten, vielleicht anders ist?

Silvester hatten wir Besuch zu Hause, jeder trug etwas zur Gestaltung des Abends bei, kleine köstliche Kunstwerke. Beim Feuerwerk in der Nachbarschaft wurde Lucy hundetypisch etwas unruhig, aber Bachblüten- Notfalltropfen halfen ihr. (Ja, ja, ich weiß, ist alles Hokuspokus mit den Notfalltropfen – aber erstaunlich finde ich es doch, dass die bei einem Tier gegen Gewitter- und Böller-Ängste helfen. Da gibt´s ja wohl keinen Placebo-Effekt. Leckerchen pur haben diesen Effekt jedenfalls nicht)

Und nun:

Ich wünsche Ihnen und Euch ein wunderbares neues Jahr-

I wish all my friends a Happy New Year!

2. Januar 2012 at 12:12

Zehn Jahre Leben – Wegbegleiter: Das Tagebuch für viele Jahre

Viele Menschen würden gern Tagebuch schreiben, aber haben „irgendwie“ keine Idee, keine Zeit für ausführliche Texte, möchten aber trotzdem in Stichpunkten eine Art Logbuch führen. Dann gibt es Tagebuchschreiber wie mich, die regelmäßig und ausführlich schreiben, aber nicht täglich. Die aber trotzdem gerne den Überblick über längere Zeiträume behalten, eine Chronik des Alltags schätzen. Für sie und für jeden, der überhaupt Interesse daran hat, Erinnerungen nicht einfach zerfließen zu lassen, gibt es ein schönes Tagebuch, das sich über 10 Jahre erstreckt. Auf jeder Seite sind pro Jahr 10 Spalten, einige Symbole lassen sich ankreuzen (z.B. zum Wetter), und mit wenigen Stichpunkten pro Tag kann sich jeder so seine persönliche Chronik schaffen. (Ein Tipp:  Schreiben Sie nicht nur über eigene Befindlichkeiten, sondern auch über politische  und weltbewegende  Ereignisse. Von denen gibt es leider im Moment ja viele ).

Neben meinem normalen Tagebuch mache ich nun seit einigen Jahren täglich kurze Notizen in dieses Buch und finde es interessant, diesen Überblick über mehrere Jahre zu haben.

Das Buch ist sehr schön gebunden, hat zwei Lesebändchen und ist auch ein schönes Geschenk für Konfirmation, Abitur, Examen oder einen runden Geburtstag. Das Buch ist auch in anderen Farben erhältlich.

Hier können Sie das Tagebuch für zehn Jahre bestellen

21. März 2011 at 15:07

Geht´s nicht noch ein bisschen perverser?

Die offizielle englischsprachige Website des „Japan Atomic Industrial Forum“ hat ein gar herziges Titelbild (klicken sie aufs Bild, dann können sie die Details erkennen):

Eine grüne Welt mit grünem Baum, ein putziges weißes Tierchen im Schnee, überall ein blauer Himmel mit Schönwetter- Wölkchen.
Darunter der Spruch „Atomenergie ohne Kohlenwasserstoff- Emission trägt zur Prävention der globalen Erwärmung bei“. Und dann schließen sich all die Horrormeldungen an, zum Beispiel diese hier, in dem der genaue Status der einzelnen gefährdeten Reaktoren und ein ausgebrochenes Feuer beschrieben wird. Während ich dieses schreibe, höre ich in den Nachrichten, dass die Techniker das Gebäude verlassen müssen, und die Tagesschau schreibt auf iihrer Website:
„Japan steht an der Schwelle zum Super-GAU: Vier der sechs Reaktoren des AKW Fukushima I sind durch Explosionen und Feuer beschädigt, kochendes Wasser gefährdet abgebrannte Kernbrennstäbe, Radioaktivität wurde frei. Der AKW-Betreiber forderte laut Agenturbericht alle Mitarbeiter auf, das Gelände zu verlassen. „.
Ach, wenn Ihnen die armen Menschen in Japan leid tun oder wenn Sie gar Angst bekommen sollten – schauen Sie sich doch einfach das tröstliche Bild des japanischen Atomindustrie-Forums an!
Nein, noch perverser geht es nicht!
Über die beeindruckende Disziplin, mit der die japanische Bevölkerung sich in der Krise bislang verhält, die Vorzüge eines ziviliserten Verhaltenskodex und ausgehebelte Notfallpläne lesen Sie diesen Artikel in der NOZ von S. Lüddemann.
Das aktuelle Link der Neuen Osnabrücker Zeitung finden Sie hier

15. März 2011 at 16:20

Kleine Presseschau: Die NOZ zu „Merkels Restrisiko“

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat heute einen erstaunlich deutlichen kritischen Kommentar zu Merkels Atompolitik. Sie können ihn hier lesen: Merkels Restrisiko

Und eine erstaunlich platte Stellungnahme gab der Sprecher der RWE Power AG von sich, die das Emsland- Atomkraftwerk in Lingen (meine geliebte Heimatstadt) betreibt: In Lingen hätte man ja keine Tsunamis wie in Japan. Und in Lingen seien es andere Systeme als in Japan, aber Vor-und Nachteile aufwiegen bringe nichts. Na, prima, dann kann kann ja nichts passieren! Lesen Sie den ganzen Artikel hier

14. März 2011 at 11:27

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